Kommentar zur Wahl in Hamburg: "Lehrstück für die CDU"

Werner Kolhoff zur Hamburg-Wahl

Hamburg. Warum Olaf Scholz nach der Hamburg-Wahl gefährlich für Sigmar Gabriel ist und welche Schwäche die CDU bekämpfen muss, kommentiert Werner Kolhoff.

Thematisch war die Hamburger Wahl ein rein lokaler Urnengang. Aber bundespolitische Folgen hat das Ergebnis trotzdem. Wenn der strahlende Sieger Olaf Scholz jetzt als möglicher SPD-Kanzlerkandidat gehandelt wird, dann ist das ein Reflex auf die Schwächen von Sigmar Gabriel. Scholz ist in der Liste der sozialdemokratischen Landesregenten der bundespolitisch Erfahrenste. Aber er wird 2017 gegen die übermächtige Angela Merkel wohl nicht antreten wollen.

Für die CDU ist das gestrige Ergebnis ein regelrechter Absturz, schon der zweite in Folge. Außerdem wurde sie erneut auf ihr zentrales Problem gestoßen: ihre notorische Großstadtschwäche. In den 20 größten Städten Deutschlands tragen nur zwei Oberbürgermeister das Parteibuch der Kanzlerin. Da klafft etwas zwischen Region und Bund mächtig auseinander. Es fehlt der Union an Glaubwürdigkeit bei modernen Themen und auch an geeigneten Personen, wie in Hamburg einst Ole van Beust. Die CDU muss hier dringend etwas tun.

Für die kleinen Parteien war Hamburg ein Erfolg, Wie diese Parteien in anderen Milieus abschneiden werden, darüber sagt diese Wahl wenig aus. Auch die FDP, die endlich wieder den Einzug in ein Landesparlament geschafft hat, kann sich nur für den Moment auf der Siegerseite fühlen. Die wahren Tests kommen noch.

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