Kommentar zu den Milchpreisen: Keine Kuh global

Erst Regulierung, dann freie Marktwirtschaft - den Bauern hat die Reform nicht geholfen. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteurin Barbara Will.

Der abgeschafften Milchquote haben Landwirte und Bauernverband keine Träne nachgeweint: Adieu Regulierung, willkommen Marktwirtschaft. Die Nachfrage war hoch, es wurde gemolken, was das Zeug hält.

Heute vermiesen Russland-Embargo, China-Flaute und Überproduktion das Geschäft, Lebensmittelketten und Discounter verramschen Milch und Joghurt. Und der Staat soll die Bauern retten, die er zuvor zur Produktionsausweitung ermuntert hatte. Anders gesagt: Der Verbraucher subventioniert mit seinem Steuergeld den Preiskampf der Discounter ebenso wie das gescheiterte Modell Kuh global. Eine Milchproduktion, die im großen Stil auf den Weltmarkt schielt, ist ein Flop.

Die Soforthilfe für Bauern lindert erstmal die Symptome. Denn von den Kosten, die sich Landwirte aufgebürdet haben, als sie ihre Milchproduktion hochfuhren, kommen sie nicht sofort herunter. Auch wenn die Kuh verkauft ist, verlangt die Bank Kreditzinsen für den leeren Stall. Aber auf Dauer hilft nur, die Produktion EU-weit zu senken und sich auf heimische Märkte zu besinnen. Global Player sind nicht immer Gewinner. Lokalmatadore haben es manchmal besser.

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