Kommentar zu Verkehrswegen: Mobil in die Sackgasse

Bis 2030 sollen 270 Milliarden Euro in Verkehrswege investiert werden. Dazu ein Kommentar von unserem Korrespondenten Werner Kolhoff über den Verkehrswegeplan.

Er wolle die Mobilität in Deutschland mit seinem Verkehrswegeplan beschleunigen, sagt Alexander Dobrindt. Es gibt aber mindestens zwei Grundprobleme, die der Minister dabei nicht beachtet: Das erste ist das Umweltproblem durch den steigenden Pkw- und Lkw-Verkehr, das zweite die sinkende Lebensqualität, die ganz offenbar ab einem bestimmten Mobilitätsniveau einsetzt. Mit dem alten Spruch „Sie stehen nicht im Stau, Sie sind der Stau“ ist das treffend beschrieben.

Dobrindt belässt es in seinem Verkehrswegeplan nicht bei der Engpass-Beseitigung im bestehenden Netz - die der Bund im Übrigen durch jahrelange Unterfinanzierung selbst zu verantworten hat. Nein, er baut es sogar massiv aus. Vor allem die Straße. Der gewachsene Mobilitätsbedarf wird mit neuen Fahrspuren und Ortsumgehungen durch unberührtes Land bedient.

Aber, das ist das Dilemma, neue Straßen locken noch mehr Autos und Lastwagen an, es wird so langfristig nicht besser, sondern schlimmer. Dass der Minister nicht wenigstens mittelfristig der Bahn und der Schifffahrt für den überregionalen Verkehr, insbesondere von Gütern, klar den Vorrang gibt, ist sowohl unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes als auch der Lebensqualität ein Fehler. Dass er nur Milliarden für Beton auszugeben vermag, dass er keine einzige Idee äußert, die wenigstens ansatzweise aus der gegenwärtigen Mobilitätssackgasse herausführt, das ist ein bisschen dürftig.

Rubriklistenbild: © krohnfoto.de

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