Kommentar zur Obama-Rede: Die Differenzen bleiben

US-Präsident Barack Obama beschwor in Hannover das deutsch-amerikanische Verhältnis und betonte die Bedeutung Europas für die Weltpolitik. Dazu ein Kommentar von Wolfgang Blieffert.

Beiden ging es politisch schon besser: Barack Obama und Angela Merkel befinden sich in schwierigen Phasen ihrer Amtszeiten. Der US-Präsident arbeitet an seinem Bild für die Geschichtsbücher, viele mit seinem Namen verbundene Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Die Kanzlerin wiederum hat sich in Europa isoliert, sie spürt daheim Gegenwind, ihre Popularität sinkt.

In Hannover nutzten beide die Gelegenheit, um sich gegenseitig in ein positives Licht zu setzen. Die Messe eignete sich besonders dafür, denn die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen laufen trotz VW-Skandals und TTIP-Kontroversen wie geschmiert. Da lässt es sich publikumswirksam strahlen und sich gegenseitig loben.

Aber die Differenzen lassen sich damit nur kurzzeitig übertünchen. Europa hat für die USA nicht mehr den Stellenwert wie zu Zeiten des Kalten Krieges, Amerika orientiert sich - Obamas gestrigen Bekenntnissen zum Trotz - wirtschaftlich und politisch in Richtung Pazifikraum. In Deutschland wiederum stößt die Art und Weise, wie Washington im Krieg gegen den Terror die viel beschworenen demokratischen Werte interpretiert, zunehmend auf Misstrauen.

So bewegend also Erinnerungen an Care-Pakete, Luftbrücke und Kennedy-Besuch sein mögen - Enttäuschungen im Verhältnis zur Großmacht USA baut man am besten vor, wenn nüchterner Realismus das Verhältnis bestimmt.

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