Kommentar zu Petra Hinz: Skandalös

Die Essener SPD-Abgeordnete Petra Hinz hat zwar am Donnerstag ihre Parteiämter abgegeben, hält aber noch immer an ihrem Bundestagsmandat fest. Ein skandalöses Verhalten, schreibt Kommentatorin Tatjana Coerschulte

Menschen machen Fehler, und auch im Bundestag sitzen fehlbare Menschen – das sieht jeder noch so ungeduldige Wähler im Stillen irgendwann ein. Der Bundestag ist kein Kloster, niemand verlangt, dass Abgeordnete ohne Schwächen oder Verfehlungen wären. Aber: Wähler dürfen erwarten, dass im Bundestag verantwortungsbewusste Menschen sitzen. Verantwortungsbewusstsein zeigt sich auch darin, wie man mit seinen Fehlern umgeht. Und da wird es im Fall Petra Hinz inzwischen komplett skandalös.

Die Sozialdemokratin führt sich mit ihrem Abtauchen auf, als wäre sie das Opfer. Zwischen dem Auffliegen ihrer Lebenslüge, eine studierte Juristin zu sein, und ihrer Krankmeldung lagen einige Tage, in denen sie ihren angekündigten Mandatsverzicht hätte vollziehen können. Finanziell kann ihr ohnehin nicht viel passieren: Sie bekäme gut ein Jahr lang Übergangsgeld – also fast bis zur nächsten Bundestagswahl, die sie sowieso nicht übersteht.

Warum sie sich der Wahrheit nicht gestellt und die Konsequenzen sofort gezogen hat, ist unverständlich, zumal ihr das einen Rest Ansehen bewahrt hätte. Wie lange Petra Hinz auch immer abtaucht: Sie wird die Verantwortung für ihr Tun und Lassen übernehmen müssen - ob sie will oder nicht.

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