Kommentar zur Razzia bei Hass-Kommentatoren

Max Holscher über die Folgen der Razzia

Die Zahl der beleidigenden und volksverhetzenden Kommentare im Netz steigt. Am Mittwoch kam es deutschlandweit zu Hausdurchsuchungen. Ein Kommentar von Politikredakteur Max Holscher.

Das Internet war (zu) lange ein herrlicher Platz für Leute, die Dampf ablassen wollten. Den Ausländern eins mitgegeben, in der sozialen Hierarchie nach oben gebissen und nach unten getreten – und die im Netz verborgene Masse von Anonymen unterstützt die eigenen Ansichten mit digitalem Applaus. Das könnte sich ändern.

Und das ist gut so. Die Spuren im Netz lassen sich auch mit ausgedachten Nutzernamen nicht verwischen. Diese Einsicht dürfte langsam Einzug halten bei denjenigen, die unbelehrbar in sozialen Netzwerken hetzen. Ihnen wurde und wird es immer noch zu einfach gemacht: Denn insbesondere das größte soziale Netzwerk Facebook schaut tatenlos zu.

Es ist erstaunlich, wie sich einige Personen im Internet verhalten – wehe, wenn sie losgelassen. Derart menschenverachtend würde und dürfte niemand an der Bushaltestelle, der Kneipe oder im Einkaufsmarkt seinem Gegenüber die Meinung ins Gesicht sagen. Aber die Kinderstube ist schnell vergessen, wenn es am Smartphone schnell, zu schnell geht: die Sau rauslassen, statt inhaltlich Kritik zu üben, Parolen statt Diskussion. Der Schweinehund muss raus, egal um welchen Preis.

Umso wichtiger ist es, dass Behörden eingreifen, wenn Grenzen überschritten werden. Selbst wenn nur ein kleiner Teil der Hetzer juristisch belangt werden kann, so zieht diese Aktion ein Echo nach sich: Auch im Internet gilt der Rechtsstaat.

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