Kommentar zur Rente: Mehr Mut zur Wahrheit

Ob der Vorschlag von Arbeitsministerin Andrea Nahles, die Ost- und die Westrente anzugleichen, durchkommt, ist noch nicht klar. Ein Kommentar unseres Korrespondenten Stefan Vetter.

Mit ihrer Ankündigung, auch noch einmal ganz fundamental über das geltende Rentensystem nachzudenken, hat die Bundesregierung große Erwartungen geweckt. Bei den Gewerkschaften will man die kämpferische Begleitmusik dazu liefern.

Nach der Sommerpause soll eine groß angelegte Kampagne für einen Kurswechsel bei der Rente starten. Das Zauberwort heißt höheres Rentenniveau. Dabei ist das Thema viel zu komplex, um es in einfache Botschaften zu pressen. Ein paar einfache Wahrheiten bleiben allerdings doch: Wer glaubt, allen Menschen eine auskömmliche gesetzliche Rente versprechen zu können, der ignoriert, dass sich das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Beschäftigten und Ruheständlern zunehmend ungünstiger entwickelt.

Vor diesem Hintergrund gibt es drei Möglichkeiten: ein sinkendes Rentenniveau wie nach geltendem Recht, ein noch höheres Renteneintrittsalter oder akut steigende Beiträge. Alle drei Varianten sind unpopulär. Wenn die Gewerkschaften also demnächst eine schöne neue Rentenwelt kreieren, dann sollten sie auch klar sagen, welche Belastungen dafür ganz konkret auf die Arbeitnehmer zukämen. Schließlich handelt es sich um ihre ureigene Klientel.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.