Kommentar zum Runden Tisch Tierwohl: Bessere Haltung gefragt

Der Runde Tisch Tierwohl in Hessen zog eine Zwischenbilanz seiner Arbeit. Dabei wurde ein Vertrag mit der Geflügelwirtschaft unterschrieben, der Schnabelkürzungen bei Hennen zur Ausnahme macht. Ein Kommentar von Peter Klebe

Zunächst: Dass es in Hessen überhaupt einen Runden Tisch Tierwohl gibt und dieser nun erreicht hat, dass Hennen das Kürzen der Schnäbel erspart bleibt, ist lobenswert. Hessen ist damit im Tierschutz längst weiter als andere Bundesländer. Dennoch ist die gestern unterzeichnete Vereinbarung mit der Geflügelwirtschaft allenfalls ein Anfang. Denn sie ist freiwillig. Sie kann ignoriert oder jederzeit mit Ausnahmeanträgen umgangen werden.

Dabei ist Schnabelkürzen ein typisches Symptom der Massenhaltung. Unter den dort herrschenden, teils erbärmlichen Bedingungen entwickeln die Tiere erst Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus. Dem wie bisher mit gekürzten Schnäbeln zu begegnen, heißt, die Tiere den schlimmen Umständen anzupassen. Richtig wäre, die Hühner so zu halten, dass solche Probleme erst gar nicht aufkommen.

Bessere Haltung ist teurer, aber notwendig, wenn die gestrige Vereinbarung in Kraft tritt. Denn wenn der Platzmangel in den Ställen bestehen bleibt, werden sich die Hennen mit scharfen Schnäbeln erst recht gegenseitig picken und verletzen, vielleicht sogar töten.

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz hat deshalb Recht mit ihrem Appell, Tiere nicht nur als ökonomische Größe zu sehen. Wertige Lebensmittel haben ihren Preis, das Motto „billig ist besser“ darf hier nicht gelten. Insofern ist nun auch der Verbraucher am Zug.

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