Kommentar zu säumigen Unterhaltszahlern: Endlich gegensteuern

SPD-Chef Gabriel macht sich für die Rechte von Alleinerziehenden stark. Vor allem säumige Unterhaltszahler sollen hart angefasst werden. Dazu ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert.

Zu unstet, zu windig, zu Merkel-treu - Sigmar Gabriel kann derzeit tun und sagen, was er will, sein Image als SPD-Vorsitzender bleibt verschwommen. Und wenn er - wie jetzt wieder - von den Problemen seiner Mutter mit ihrem Mann berichtet, dann werden ihm schnell unlautere Absichten unterstellt, er wolle doch nur von seinem Versagen als Minister im Fall Edeka/Tengelmann ablenken.

Gabriels Problem sind die lausigen Umfragewerte, die seine Partei trotz erfolgreicher Arbeit in der großen Koalition im 20-Prozent-Keller festhalten, und die deswegen weiter offene Frage nach dem Kanzlerkandidaten. Als Parteichef hätte er den ersten Zugriff - aber will ihn auch seine wankelmütige Partei?

Vor diesem Hintergrund verpuffen viele von Gabriels Aussagen - leider. Denn die jetzt von ihm beklagte Tatsache, dass drei Viertel aller Kinder alleinerziehender Mütter keinen oder zu geringen Unterhalt vom Kindesvater bekommen, ist einer der großen Skandale dieser Republik. Ein Staat, der sprudelnde Steuereinnahmen gern einsteckt, aber wegschaut, wenn Väter sich um ihre finanziellen Pflichten drücken, gefährdet seine politische Akzeptanz. Hier endlich gegenzusteuern, muss Pflicht einer Partei - und ihres Vorsitzenden - sein, die sich sozialdemokratisch nennt.

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