Kommentar zu den Millionen für Schröder-Biografie: Bitte mehr Distanz

Der Unternehmer Carsten Maschmeyer soll Alt-Kanzler Gerhard Schröder gut zwei Millionen Euro für die Rechte an dessen Autobiografie gezahlt haben. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteurin Tatjana Coerschulte über Carsten Maschmeyer und die Politik.

In jüngster Vergangenheit hat Carsten Maschmeyer nur einen Fehler gemacht: Er hat in der selben Woche geheiratet wie George Clooney. Der ist berühmter und auch schöner als Maschmeyer, folglich zierten dann die Clooney-Bilder sämtliche Hochglanz-Titel, und nicht die des Hannoveraners. Sorgfältig geplant – und doch dumm gelaufen.

Aber sonst? Carsten Maschmeyer knüpft und nutzt Beziehungen. Dafür bezahlen große Unternehmen Spezialisten, die man Lobbyisten nennt. Diese Arbeit macht Maschmeyer selbst. Der Milliardär ist geschickt, erfolgreich – und sichtbar. Das kann man ihm schlecht vorwerfen.

Vorwürfe müssen sich andere gefallen lassen: Politiker, die sich im Glanz dieses schillernden Mannes sonnen, dabei ihren Auftrag vergessen, aber ihren Vorteil nicht. Ein Bundespräsident Wulff hat nicht in der Maschmeyer-Villa Urlaub zu machen, und ein Bundeskanzler Schröder keinen Biographie-Deal mit ihm auszuhandeln.

Vielleicht muss man den Politikern aus Niedersachsen mal erklären, dass eine Freundschaft zu Maschmeyer nicht automatisch zum Job gehört? Man sehnt sich geradezu nach der nüchternen Distanz einer Angela Merkel – weniger glamourös, aber dafür korrekt.

E-Mail an die Autorin: coe@hna.de

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