Kommentar zu Schüssen in Dallas: Nichts wird sich ändern

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Die USA sind geschockt: In Dallas protestierten Hunderte Menschen gegen die zunehmende Polizeigewalt gegen Afroamerikaner, als Heckenschützen das Feuer auf Polizisten eröffneten. Ein Kommentar von Politikredakteur Max Holscher

wieder einmal ist die amerikanische Gesellschaft geschockt. Wieder einmal wird der Ruf nach schärferen Waffengesetzen durch das Land gehen. Wieder einmal wird das Erwartbare passieren: nichts.

Noch kennen wir nicht alle Hintergründe der tödlichen Schüsse in Dallas. War es Rache an der Polizei, die immer wieder durch Gewalt gegenüber Afro-Amerikanern auffällig wird? Wir wissen es nicht. Aber allein schon das Ausmaß an Waffengewalt in den USA macht sprachlos und insbesondere Europäer fragen sich: Was ist das für ein Land, das diesen Waffenwahnsinn zulässt?

Es ist ein amerikanisches Gen, unbedingt eine Waffe besitzen zu wollen. Und nach Meinung der Amerikaner haben sie jedes Recht dazu: Schließlich steht das doch in der Verfassung – aus dem Jahr 1787. Die Zeiten ändern sich. In den USA aber nicht. Lieber lebt man mit den Folgen, als die Gesetze zu ändern.

Natürlich würde die Verschärfung des Waffenkaufs nicht die Ursache der Probleme in den USA lösen, die zum Einsatz von Waffen führen – aber womöglich die Zahl der Opfer verringern. Das wäre immerhin ein Anfang.

Striktere Gesetze waren auch das Ziel von US-Präsident Barack Obama. Zu stark und zahlreich waren die Gegner im Kongress. Zu einflusslos die Waffengegner auf seiner Seite. Obama hat sich nicht durchgesetzt. Es ist eine seiner großen Niederlagen.

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