Kommentar zu Schulkonflikten: Helden und Schurken

Schüler und Lehrer müssen miteinander zurecht kommen, ob sie wollen oder nicht. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Tibor Pésza.

Es ist das Geheimnis einer jeden guten Geschichte, dass die handelnden Personen zwingende Gründe haben, ihre Leidenschaften und Konflikte auszutragen und sich gegenseitig nicht ausweichen können. Denn wenn sich böse und gut, gierig und geizig, Held und Schurke einfach aus dem Weg gehen könnten, dann wäre ihre Geschichte schon zu Ende, bevor sie anfangen konnte.

Nur deswegen binden gute Autoren ihre Figuren unausweichlich aneinander, lassen sie Feind und Todfeind etwa auf einem Segelboot weit draußen im Meer aufeinander treffen oder nachts in einem abgelegenen Haus, selbstverständlich bei Stromausfall und leerem Handy-Akku.

Genau so funktioniert Schule: Schüler und Lehrer müssen miteinander zurecht kommen, ob sie wollen oder nicht. Die Anspruchsvollen und die Faulen, die Abgelenkten und die Konzentrierten, die Glücklichen und die Unglücklichen, die Mächtigen und die Ohnmächtigen – auf beiden Seiten.

Wohl jeder weiß, wie zermürbend ein mieses Schüler-Lehrer-Verhältnis sein kann, eben weil man sich nicht einfach so aus dem Weg gehen kann. Konflikte an der Schule müssen ausgetragen werden. Viele dürften aber auch das Glück kennengelernt haben, wenn die Schüler ihren Lehrern vertrauen. Autorität entsteht so. Gute Lehrer haben Autorität, weil sie überzeugen, nicht weil sie drohen.

Natürlich schadet es weder Schülern noch Lehrern, ihre Rechte zu kennen. Aber wer als Schurke in Erinnerung bleibt, wer als Held, das entscheidet sich in jedem Einzelfall. Und zwar erst am Ende der Geschichte.

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