Kommentar zum Transrapid-Verkauf: Reif fürs Museum

Der Transrapid soll unter den Hammer kommen. Ein Kommentar über die Offerte des Bundesverkehrsministeriums von Politikredakteur Wolfgang Riek.

Dass die Höchstgebot-Offerte für den letzten Transrapid fast zeitgleich zum zehnten Jahrestag des schrecklichen Unfalls seines Vorgängers auf den Markt geworfen wurde, kann man geschmacklos finden. Gedankenlos ist der Versuch des Bundesverkehrsministeriums, den TR 09 gerade im Herbst 2016 unter den Hammer zu geben, mindestens.

Klar ist auch: Gebrauchte Unimogs oder Büromöbel aus Behördenbeständen zu versteigern, bringt öffentlichen Kassen ein bisschen Geld. Den letzten Transrapid einfach irgendwohin zu verkaufen, dürfte für Ärger sorgen, der mögliche Einnahmen doppelt gering erscheinen lässt.

Transrapids der frühen Jahre wurden dem Deutschen Museum in München und dem Technikmuseum in Speyer gestiftet. Dass der Letzte der Reihe hingegen ausgeschlachtet oder verschrottet wird, ist schwer vorstellbar – für Fans der Magnetschwebetechnik genauso wie für ihre Kritiker. Ob man den Zug nun als Mahnmal eines teuren Irrwegs sieht oder als Symbol verpasster Exportgeschäfte – reif fürs Museum macht ihn beides. Das weiß auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt, der sich ein Hintertürchen offenlässt: Dobrindt muss – egal, wer wie viel bietet – dem Deal zustimmen. Der Hersteller muss das auch – falls der TR 09 die EU verlassen sollte.

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