Kommentar zu Verdun: Vom Wert des Friedens

Das Gedenken in Verdun offenbart das Grundmotiv der europäischen Einigung, kommentiert HNA-Redakteur Wolfgang Blieffert.

Nein, symbolische Gesten wie 1970 der Kniefall Willy Brandts am Warschauer Ghetto-Ehrenmal oder das Händehalten François Mitterrands und Helmut Kohls 1984 auf dem Soldatenfriedhof Douaumont gab es gestern in Verdun nicht. Das ist aber auch nicht entscheidend, denn die genannten Gesten entsprangen der spontanen Eingebung Brandts beziehungsweise Mitterrands und erst dadurch erzielten sie ihre tiefe, bis heute andauernde Bedeutung.

Wichtiger am gestrigen Tag war die Erkenntnis, in welch glücklicher Welt wir leben, wenn wir sie vergleichen mit der Vergangenheit. Mit der Zeit, da Kriege zum Normalfall in Mitteleuropa gehörten, da eine angebliche Erbfeindschaft Deutsche und Franzosen trennte. Da es eine Hölle von Verdun gab und den Versuch, den Gegner durch Ausbluten zu Boden zu ringen. Und die Tatsache, dass es noch eines zweiten Weltkrieges mit noch mehr Toten bedurfte, bis neue Generationen den Wert von Frieden begriffen.

Für einen kurzen Tag ist das Grundmotiv der deutsch-französischen Freundschaft, ja der europäischen Einigung noch einmal offenbar geworden. Es wäre gut, wenn dies bei aller berechtigten Kritik an der Europäischen Union, an „Brüssel“, nicht vergessen würde.

Lesen Sie dazu:

Merkel und Hollande gedenken der "Hölle von Verdun"

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