Kommentar zum Verkauf von KraussMaffei nach China: Angriff auf die Großen

Ein chinesisches Staatsunternehmen will den Spezialmaschinenbauer KraussMaffei kaufen - eine Kampfansage an große Unternehmenmeint HNA-Redakteurin Martina Hummel.

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Wer KraussMaffei hört, denkt zunächst an die Panzerbauer. KraussMaffei Technologies gehört in Deutschland zu den heimlichen Champions. Vor Jahren wurde es vom Rüstungskonzern KraussMaffeiWegmann abgespalten, spielt aber in einer ganz anderen Liga. Die Münchner sind Weltmarktführer bei Maschinen und Anlagen für die Kunststoff und Gummi erzeugende und verarbeitende Industrie – für Zukunftstechnologien vom Leichtbau bis zur Energieeffizienz. Wer in einen BMW 3i einsteigt, hat KraussMaffei quasi in der Hand: Türgriff, Lenkrad, Amaturenbrett und noch einiges mehr.

China kauft ein – aber keineswegs das, was in Deutschland noch vor wenigen Jahren unter ferner liefen rangierte, sondern Spitzentechnologie: Firmen, Fachwissen, kluge Köpfe. Das spart Zeit, schürt aber auch Konkurrenzängste.

Krauss-Maffei ist die bislang größte Übernahme, die ein Käufer aus China getätigt hat. Dieser Großangriff ist eine Kampfansage an die großen Unternehmen der Welt. China braucht zukunftsfähige Marken, die mehr Gewinn abwerfen als jene Billigartikel, mit denen die Volksrepublik den Weltmarkt seit Jahren flutet.

Weitere Übernahmen werden folgen. Als Teil eines von der Regierung aufgelegten Plans sind die Staatskonzerne seit Jahren auf deutsche Technologie erpicht, um die eigene Industrie voranzubringen. 

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