Kommentar zu Volkswagen: Verwirrend, belastend

VW-Komponentenchef Thomas Schmall verunsichert Belegschaft in den Werken Kassel und Salzgitter mit internen Überlegungen, die E-Antrieb-Fertigung zu verlagern. Ein Kommentar dazu von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Jedem Vorstand steht es frei, nach eigenem Ermessen Rechenspiele aller Art in Auftrag zu geben, um die Wirtschaftlichkeit seiner einst getroffenen Entscheidungen zu überprüfen. Stutzig macht es aber, wenn monatelang in eine Richtung getrabt wird und dann auf den letzten Metern die Zügel herumgerissen werden.

So wirkt jedenfalls derzeit das Vorgehen des Komponentenvorstandes der Marke VW Pkw, Thomas Schmall. Die Planungsrunden in Wolfsburg gehen der Zielgeraden entgegen, und er stellt noch einmal Überlegungen an, ob man es nicht grundsätzlich auch ganz anders machen könnte. Führungsqualität ist etwas anderes.

Ganz zu schweigen von dem Wirbel, den er dabei in der Belegschaft verursacht, indem er den Verbleib des e-Antriebs am Standort Baunatal in Frage stellt, aber für die Zeit nach den Verbrennern keinen Ersatz für den Wegfall der Getriebe anbietet.

Was auch immer dahinter steckt, seien es Machtspiele, die einen Standort wie Baunatal auf Kurs bringen sollen oder vielleicht fehlendes Vertrauen in einen schnellen Technologiewechsel des Konzerns. Der Komponentenchef sollte wissen, wie sein Tun und Lassen auf die Belegschaft wirkt: Es demotiviert und verunsichert Mitarbeiter ungemein. Und so etwas kann sich Volkswagen derzeit nicht leisten.

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