Kommentar zu Volker Bouffier: Souveräner Taktiker

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier ist mit überwältigender Mehrheit als CDU-Landeschef bestätigt worden. Die schwarz-grüne Koalition ist vor ihrer Halbzeit. Ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Peter Klebe

Zur Halbzeit der schwarz-grünen Koalition in Hessen sitzt Ministerpräsident Volker Bouffier so fest im Sattel wie nie. Der CDU-Landeschef ist ganz in seiner Rolle als freundlicher Landesvater angekommen. Er gibt sich als Mann des Volkes, versteht es, souverän auf Bürger (und Wähler) zuzugehen, und ist doch gleichzeitig ein gewiefter Politiker und Taktiker der Macht. Die Koalition, die sich noch vor Jahren gerade in Hessen niemand hatte vorstellen können, arbeitet geräuschlos, bietet der Opposition kaum Ansatzpunkte.

Das aber hat seinen Preis, vor allem für die Grünen. Der in Oppositionszeiten so scharfzüngige und vor allem von der CDU gefürchtete Grünen-Chef Tarek Al-Wazir ist handzahm, der kleinere Koalitionspartner arbeitet akzentlos bis fast zur politischen Selbstverleugnung.

Der mit einem Traumergebnis wiedergewählte CDU-Landeschef wäre gut beraten, sich nun nicht auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Zu Recht ruft er zur politischen Auseinandersetzung mit der AfD und zur Entlarvung der Rechtspopulisten auf. Er versucht geschickt, gleichzeitig am konservativen Profil der CDU zu feilen, das vielen nicht mehr deutlich genug ist, und die Ängste der Bürger ernst zu nehmen. Der 64-Jährige hat noch viel zu tun.

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