Kommentar zur Wahl in Österreich: Kein Anlass für Jubel

Der Rechtspopulist Hofer konnte verhindert werden - die Probleme sind damit nicht gelöst, meint HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

Man kann das Aufatmen vieler Europäer förmlich spüren – Österreich ist noch einmal davon gekommen, der Rechtspopulist Norbert Hofer in die Schranken gewiesen.

Doch Anlass zum Jubel besteht nicht, denn knapp die Hälfte der österreichischen Wähler hat für Hofer gestimmt. Diese Wähler verschwinden nicht plötzlich in der Versenkung, das Land bleibt gespalten. Es wird die Aufgabe des neuen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen und des neuen Kanzlers Christian Kern sein, diese Spaltung zu überwinden. Gelingt das nicht, wird es bei den nächsten Wahlen ein böses Erwachen geben. Die FPÖ jedenfalls wartet nur auf den Sprung an die Macht.

Die österreichischen Ereignisse zeigen Deutschland, dass der Niedergang der Volksparteien und das Erstarken der Rechtspopulisten weder durch Gesundbeterei noch mit Diffamierung aufzuhalten ist. Natürlich muss Ausländerfeindlichkeit bekämpft werden – aber nicht die Menschen, die das Vertrauen in die Parteien verloren haben.

Die AfD sitzt jetzt in vielen deutschen Parlamenten. Das ist bitter, die Demokratie erschüttert es jedoch nicht. Es bietet den anderen Parteien die Chance, durch gute Politik zu zeigen, dass man mit nationalistischen Parolen keine Probleme lösen kann.

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