Kommentar zu den Wirtschaftsplänen Saudi-Arabiens: Geld ist nicht alles

Der Plan für den wohl ambitioniertesten Umbau einer Volkswirtschaft kommt aus Saudi-Arabien. Doch auch Monate nach der Vorstellung bleibt das Megaprojekt vage. Dazu ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteurin Barbara Will.

Der Plan Saudi-Arabiens, unabhängiger vom Öl zu werden, ist nicht neu. König Faisal, Onkel des Kronprinzen Mohammed bin Salman, hatte schon 1970 dasselbe vor. Doch angesichts des westlichen Energiehungers, das Öl zu einer sprudelnden Einnahmequelle machte, war der Druck nicht allzu groß. Das hat sich geändert: Die Welt hat nicht zu wenig Öl, sondern zu viel – auch, weil Saudi-Arabien auf Hochtouren fördert, um lästige Konkurrenten loszuwerden.

Das Königreich kann die ökonomische Kehrtwende mit den gewaltigen Gewinnen der alten Ölkultur finanzieren. Doch Geld ist nicht alles. Das Land muss vor allem politisch umsteuern. Es muss liberaler und transparenter werden. Denn es wird ausländisches Wissen brauchen. Doch Unternehmen und Experten werden sich kaum in ein autoritär regiertes Land locken lassen, das die Todesstrafe verhängt, Frauen unterdrückt, Blogger auspeitschen lässt, in den Jemen-Konflikt verstrickt ist und im Verdacht steht, die islamistische Terrormiliz IS zu unterstützen.

Zwar ließen sich die wegbrechenden Öl-Einnahmen durch Milliarden-Beteiligungen an ausländischen Unternehmen hereinholen. Das brächte schnell Geld, aber auf Dauer keine Perspektive: Ein Sitz im Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft ersetzt keine Wirtschaft, die auf eigenen Beinen steht.

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