Zuliefererstreit bei VW: Es bleiben nur Verlierer

Der Zuliefererstreit bei Volkswagen ist beendet worden, Einzelheiten blieben aber geheim.Dazu ein Kommentar unserer Redakteurin Martina Hummel.

Volkswagen und die Zulieferer der Prevent-Gruppe haben sich geeinigt. Wie, das behalten sie offiziell für sich. Das kann man so handhaben, aber es öffnet Tür und Tor für Spekulationen. Nach wie vor wird gerätselt, wie es zu dem Desaster mit einem Lieferstopp kommen konnte.

Wurde Marktmacht gegen Schlüsselprodukt ausgespielt? Oder hat einer der Partner das Blatt mit unerhörten Forderungen überreizt? Ist Europas größter Autokonzern etwa derart schlecht aufgestellt, dass er keinen Plan B hat, wenn ein Zulieferer ausfällt? Es wird wohl von allem etwas sein.

Wer in diesem Poker der Gute oder der Böse ist, ist für Außenstehende nicht auszumachen. Die weit größere Verantwortung liegt bei VW: Denn wer die Produktion derart eng taktet, für den gilt die eiserne Regel: Die Lieferkette darf nicht reißen. Egal welche Gründe dazu führen würden - ob Hallenbrand oder Größenwahn am Verhandlungstisch. Wer wie Volkswagen derart stark auf Zulieferer setzt, muss darauf eingestellt sein.

Nun gibt es nur Verlierer: VW hat gezeigt, wie verwundbar der Autokonzern ist. Für Prevent könnte der Treffer zum Eigentor werden. Und wer sich in den Reihen der Zulieferer nun die Hände reibt, dass es mal einer dem Weltkonzern gezeigt hat, der wird sich nicht lange freuen. VW wird künftig auf Vertragstrafen pochen: Ein zweites Mal wird und darf so etwas dem Konzern nicht passieren.

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