Kommentar zum Zusammenraufen von CDU und CSU: Die Kluft bleibt

Trotz Versöhnung bei der Klausurtagung in Potsdam haben die Kanzlerin und CSU-Chef Seehofer einen langen Weg vor sich. Ein Kommentar von Werner Kolhoff. 

Horst Seehofer wird mit dem Ausgang des Potsdamer Friedensgipfels der Union zufrieden sein. Zwar ist keine einzige seiner Forderungen erfüllt worden. Der CSU-Chef steht aber als derjenige da, der die Kanzlerin und damit die Schwesterpartei CDU vor sich hertreibt, der die Themen der Union diktiert. Und darum geht es ihm allein. Dass die Veranstaltung von Potsdam angesichts des Brexits regelrecht aus der Zeit gefallen war – geschenkt.

Trotz des Abebbens der Flüchtlingskrise hält sich der Bayer aus taktischen Gründen dieses Thema offen und spielt zudem mit einer Volksabstimmung über die EU auch in Deutschland. Dabei sollte das Beispiel Camerons abschreckend sein. Wenn es hart auf hart kommt, muss man sich entscheiden. Natürlich muss man in der Flüchtlings- wie in der Europapolitik auf die Sorgen vieler, vor allem älterer Menschen eingehen und langsamer voranschreiten. Auch muss man mehr erklären.

Aber im Grundsatz muss die Politik klare Kante zeigen. Pro Menschlichkeit. Pro Europa. Angela Merkel hat das getan und sich damit verwundbar gemacht. Seehofer hat bloß taktiert und setzt das fort. Das bleibt auch nach Potsdam der große Unterschied zwischen den beiden Schwesterparteien. Er kann jederzeit wieder zu Streit führen.

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