Wähler haben mehr Einfluss

Kommunalwahl am 6. März: So funktioniert das Kumulieren und Panaschieren

Handtuchgroßer Stimmzettel: Mehr Einfluss für die Wähler heißt auch mehr Arbeit beim Ausfüllen der Stimmzettel für Ortsbeiräte, Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen. Weil auch das Auszählen dieser Stimmzettel mehr Zeit kostet, wird das amtliche Wahlergebnis erst einige Tage nach der Kommunalwahl am 6. März dieses Jahres feststehen. Archivfoto: Michaelis

Kassel. Früher war das Wählen einfacher: Ein Kreuz bei der Partei, der man den Vorzug gab, und fertig.

Seit dem Jahr 2000 darf man bei Kommunalwahlen in Hessen auch Kumulieren und Panaschieren. Wir erklären, wie das geht:

Das neue Kommunalwahlrecht hat die Wähler gestärkt. Sie müssen sich nicht mehr für eine Partei und damit für eine von dieser Partei vorgegebene Kandidatenliste entscheiden, sondern können stärker mitbestimmen, welche Kandidaten in die Ortsbeiräte, Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen einziehen sollen. Jeder Wähler hat jeweils so viele Stimmen, wie Sitze in dem zu wählenden Gremium zu vergeben sind. Die Stimmen dürfen einzeln oder gehäuft (Kumulieren) an die Kandidaten auch aus verschiedenen Wahlvorschlägen (Panaschieren) vergeben werden. Möglich ist es auch, Wahlvorschläge unverändert anzunehmen, einzelne Bewerber aus einem Wahlvorschlag zu streichen oder die verschiedenen Stimmenabgabemöglichkeiten zu kombinieren.

Wichtig: Wenn Sie kumulieren und panaschieren, müssen Sie darauf achten, dass Sie ihre jeweilige Gesamtstimmenzahl – zum Beispiel 71 Stimmen für die Stadtverordnetenversammlung Kassel – nicht überschreiten, denn dann würde der Stimmzettel ungültig.

Panaschieren 

Das Wort Panaschieren stammt aus der französischen Sprache und bedeutet mischen. Sie haben die Möglichkeit, ihre Stimmen auf Kandidaten verschiedener Parteien und Listen zu verteilen. So können Sie sich Ihren ganz persönlichen Ortsbeirat und eine Stadtverordnetenversammlung oder Gemeindevertretung ganz nach Ihrem Geschmack aus den Kandidaten von verschiedenen Parteien zusammenstellen. Sie müssen sich nicht mehr wie früher für eine Partei entscheiden, sondern können direkt quer durch alle Wahlvorschläge jene Kandidaten wählen, die Sie gern im Ortsbeirat, Stadt- oder Gemeindeparlament sehen möchten. Und Ihren Favoriten können Sie dabei jeweils sogar bis zu drei Stimmen geben.

Kumulieren

Das Wort Kumulieren stammt aus der lateinischen Sprache und bedeutet anäufen. Sie können damit ihren Favoriten, die Sie unbedingt in den Ortsbeirat, Stadtverordnetenversammlung oder Gemeindevertretung schicken möchten, mehr als eine Stimme geben. Bis zu drei Stimmen pro Kandidat sind möglich, mehr geht nicht. Auf dem Stimmzettel sind hinter jedem Namen in den Wahlvorschlägen deshalb drei Kästchen vorgesehen. Per Kreuzchen können Sie eine oder zwei Stimmen geben oder bis zu drei Stimmen anhäufeln. So können Sie Ihre Favoriten besonders unterstützen. Wenn Sie nicht alle Stimmen per Anhäufeln verteilt haben, können Sie zusätzlich eine Liste ankreuzen, die Reststimmen werden dann dort verteilt.

Wie früher

Sie wollen gar nicht kumulieren oder panaschieren? Das ist Ihnen zu umständlich und Sie haben keine Lust, Dutzende von Kreuzchen auf den Stimmzettel zu malen? Dann wählen Sie eben wie früher. Sie setzen ein einziges Kreuz bei der Partei Ihrer Wahl. Das hat zur Folge, dass jeder Kandidat in der Reihenfolge des Wahlvorschlags so lange eine Stimme bekommt, bis alle Stimmen vergeben oder jedem Kandidat drei Stimmen zugeteilt sind. Sie können auch Kandidaten von der Liste streichen, die bekommen dann keine Stimme.

874 Kandidaten bewerben sich um 302 Sitze

Insgesamt 302 Sitze sind bei der diesjährigen Kommunalwahl am Sonntag, 6. März, für die neue Kasseler Stadtverordnetenversammlung und für die künftigen 23 Ortsbeiräte in der Stadt zu vergeben. Insgesamt 874 Kandidaten bewerben sich um diese Plätze.

Für die 71 Sitze in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung bewerben sich 109 Frauen und 223 Männer. Sie kandidieren auf den Wahlvorschlägen von CDU, SPD, Grünen, FDP, Linken, Piraten, Freien Wählern und erstmals der Alternative für Deutschland (AfD).

In den 23 Ortsbeiräten, die jeweils neun, elf oder 13 Mitglieder haben, sind insgesamt 231 Sitze zu vergeben. 186 Frauen und 356 Männer bewerben sich darum. Einige Kandidaten bewerben sich um einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung und im Ortsbeirat ihres Wohnstadtteils.

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