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Kommunalwahlen: Alle Ergebnisse und Infos im Überblick

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Am Sonntag war Wahltag in Hessen. Hier finden Sie die Ergebnisse. Gewählt wurden Kreistage, Gemeindevertretungen, Stadtverordnetenversammlungen, Ortsbeiräte und teilweise Bürgermeister.

Neben den Kreistagswahlen wurden am Sonntag auch neue Gemeindevertreter und Ortsbeiräte gewählt. In einigen Orten fanden auch Bürgermeisterwahlen statt. Wir sammeln hier alle aktuellen Trends, Ergebnisse und Analysen zu den jeweiligen Wahlen.

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AfD-Triumph in Hessen verstärkt Ängste bei etablierten Parteien

Nach dem guten Abschneiden der AfD bei den hessischen Kommunalwahlen macht sich bei den großen Volksparteien Verunsicherung breit. Eine Woche vor drei wichtigen Landtagswahlen konnte sich die neue Rechtspartei nach so genannten Trendergebnissen mit 13,2 Prozent hinter CDU und SPD als drittstärkste Kraft im Land etablieren. Nach Bekanntgabe der ersten vorläufigen Ergebnisse aus einzelnen Gemeinden zeigte sich jedoch auch, dass die Alternative für Deutschland (AfD) ihre in den Kommunen zusammengerechneten Werte nicht überall halten konnte.

Die Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Eva Högl, kommentierte den AfD-Erfolg in der ARD mit den Worten: "Wenn sie mit zweistelligen Stimmergebnissen in den Landtagen vertreten ist und vielleicht irgendwann im Deutschen Bundestag, wird sich in unserer Gesellschaft sehr viel zum Negativen verändern."

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sprach am Montag in Wiesbaden von einer "klassischen Protestwahl". Landespolitische Aspekte hätten keine entscheidende Rolle gespielt. "Es ging vor allem darum, den etablierten Parteien eine mitzugeben", sagte auch die hessische SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser.

Bouffier machte die Uneinigkeit der Bundesregierung in der Flüchtlingspolitik mitverantwortlich für den Stimmenverlust der großen Volksparteien. "Der Streit in der großen Koalition in Berlin war mit Sicherheit nicht förderlich", sagte er. In der Woche vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt könne er nur raten, die Differenzen beizulegen.

Triumphierend äußerte sich die AfD-Vorsitzende Frauke Petry: "Die Macht der etablierten Parteien bröckelt, CDU und SPD verlieren deutlich. Auch die Grünen werden vom Wähler abgestraft." AfD-Vorstandssprecher Peter Münch sagte der Deutschen Presse-Agentur, seine Partei fasse mögliche Kooperationen mit Freien-Wähler-Gruppen und gemeinsame Fraktionen in einzelnen Gemeinden ins Auge.

Aktualisiert am Dienstag, 12.01 Uhr.

Das so genannte Trendergebnis sah die CDU trotz hohen Verlusten mit landesweit 28,2 Prozent weiter als stärkste Partei (5,5 Prozentpunkte weniger als 2011), knapp vor der SPD mit 28,0 Prozent (minus 3,5). Die Grünen landen demnach nur noch auf Platz vier mit 11,6 Prozent und verzeichnen den größten Verlust aller Parteien (minus 6,7). Dagegen erholte sich die FDP deutlich: Sie erhielt landesweit 6,3 Prozent (plus 2,4). Die Linke lag bei 3,7 Prozent (plus 1,0).

Für das Trendergebnis wurden ausschließlich Stimmzettel ausgezählt, bei denen die Wähler eine Liste ankreuzten - das kam der AfD zugute. Das vorläufige Endergebnis der Kommunalwahl soll am Donnerstag vorliegen, dürfte laut Meinungsforschern das starke Abschneiden der Rechtspopulisten aber nicht entscheidend schmälern. Die Wahlbeteiligung betrug 48 Prozent und war damit nur minimal höher als vor fünf Jahren (47,7 Prozent).

Einen besonderen Erfolg konnte die AfD in der Landeshauptstadt Wiesbaden feiern: Dort holte sie nach vorläufigem Ergebnis 12,8 Prozent. Im nordhessischen Bad Karlshafen rangierte die AfD nach dem ersten Zwischenergebnis gar als zweite Kraft hinter den Freien Wählern, letztlich fiel sie aber noch hinter SPD und CDU zurück.

Im einzigen Wahlkreis, in dem die AfD nicht angetreten war, wurde die NPD zum Nutznießer. Die rechtsextreme Partei erzielte im mittelhessischen Büdingen mehr als 14 Prozent (plus 12 Punkte). Die Kleinstadt mit 21 000 Einwohnern hat eine der größten Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Hessen.

Der Generalsekretär der Bundes-CDU, Peter Tauber, forderte mehr Engagement der anderen Parteien. "Dann müssen Demokraten eben die Ärmel hochkrempeln und arbeiten und auch den politischen Streit mit AfD, NPD und anderen annehmen", sagte Tauber hr-iNFO.

Linke-Parteichef Bernd Riexinger  warf Union und SPD vor, wegen der bisherigen AfD-Erfolge nach rechts zu driften. "Wir können durchaus von einer Polarisierung nach rechts reden", sagte er. Grünen-Chefin Simone Peter rief in Berlin zum politischen Widerstand gegen die AfD auf: "Wir müssen eine ganz klare Kante zeigen gegen Rechtspopulismus und gegen Rechtsextremismus."

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