+++ Alle Zahlen aktuell +++

Kommunalwahlen: Alle Infos, alle Ergebnisse

+

Hier finden Sie alle Informationen und Ergebnisse zu den Kommunalwahlen in Niedersachsen. Gewählt wurden Landrat, Kreistage, Gemeinderäte, Stadträte und Ortsräte.

Neben den Kreistagswahlen wurden am Sonntag auch neue Gemeindevertreter und Ortsräte gewählt. Wir sammeln hier alle aktuellen Trends, Ergebnisse und Analysen zu den jeweiligen Wahlen.

Alle Wahlen, alle Infos, alle Ergebnisse

++ Landkreis Göttingen ++

Landrat | Kreistag | Stadt- / Samtgemeinde- / Gemeinderäte | Ortsräte Altkreis Münden

++ Landkreis Northeim ++

Kreistag | Stadt- und Gemeinderäte | Ortsräte | Bürgermeisterwahl Nörten-Hardenberg

++ Zusätzlich: Landkreis Hersfeld-Rotenburg ++

Bürgermeisterwahl Bad Hersfeld

SPD sieht Licht und Schatten

Schwerer Dämpfer oder Bestätigung der eigenen Politik? Trotz teils deutlicher Stimmverluste bei den niedersächsischen Kommunalwahlen haben sich Vertreter von CDU und SPD mit Blick auf künftige Wahlen optimistisch geäußert. Die CDU sieht sich erneut in der Rolle als stärkste kommunale Kraft und erwartet angesichts der teils starken Verluste der SPD negative Folgen für die rot-grüne Koalition bei der kommenden Landtagswahl. Die SPD erklärt ihre Verluste auch als Folge des Erstarkens der AfD. Auf beiden Seiten herrscht Erleichterung darüber, dass das Ergebnis für die Rechtspopulisten nur einstellig ausfiel.

Zuletzt aktualisiert um 16.10 Uhr. 

Der niedersächsische CDU-Generalsekretär Ulf Thiele sah die Verluste für die Sozialdemokraten bereits als Vorzeichen für die kommende Landtagswahl im Jahr 2018. "Man kann erkennen, dass Rot-Grün in Niedersachsen keine Mehrheit hat", sagte er am Montag in Hannover. Gleichzeitig hob er hervor, dass seine Partei besonders in den Hochburgen stark gegen die AfD abgeschnitten habe: "Wir haben unter nicht ganz leichten Bedingungen unsere Wählerschaft mobilisieren können."

SPD-Chef und Ministerpräsident Stephan Weil räumte ein, dass seine Partei Federn lassen musste. "Bei den Rats- und Kreiswahlen sind insgesamt Verluste zu verzeichnen, die allerdings durchaus in Grenzen bleiben, wenn man die Rahmenbedingungen berücksichtigt, unter denen derzeit Wahlen stattfinden", sagte Weil. Das gelte insbesondere mit Blick auf die AfD. Diese Partei müsse nun "entzaubert" werden. Der Generalsekretär der Niedersachsen-SPD, Detlef Tanke, äußerte sich trotz des Verlusts der rot-grünen Mehrheit im Stadtrat von Hannover optimistisch, dass die SPD für die Landtagswahl 2018 gut aufgestellt sei.

Die CDU konnte sich bei der Abstimmung am Sonntag ihre Position als stärkste kommunale Kraft behaupten. Trotz Verlusten von 2,6 Prozentpunkten im Vergleich mit den Kommunalwahlen von 2011 lag sie in Landkreisen und kreisfreien Städten mit 34,4 Prozent der Stimmen vor der Konkurrenz. Die SPD erzielte 31,2 Prozent (-3,7), die Grünen 10,9 (-3,4), die AfD 7,8, die FDP 4,8 (+1,4) und die Linkspartei 3,3 Prozent (+0,9), wie die Landeswahlleitung mitteilte. Wählergruppen erreichten 6 Prozent (-0,3). Die CDU ist seit Anfang der 1980er Jahre immer als stärkste Partei aus Kommunalwahlen hervorgegangen. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,5 Prozent und war damit höher als 2011 (52,5).

Die SPD musste in Städten und Kreisen teils deutliche Verluste hinnehmen. Aber auch CDU und Grüne verzeichneten Einbußen. Die AfD erreichte mancherorts zweistellige Ergebnisse. In Delmenhorst kamen die Rechtspopulisten auf 15,1 Prozent. Sie blieben jedoch hinter den Ergebnissen bei der Kommunalwahl in Hessen im März mit 11,9 Prozent zurück. Die Partei hatte im Vorfeld der Wahl in Niedersachsen bereits angekündigt, den Urnengang möglicherweise anfechten zu wollen, weil Wahlkampfstände angegriffen und Kandidaten gestört worden seien.

Besonders dramatisch war der Einbruch für die SPD in Emden: Die Sozialdemokraten kamen hier auf 30,8 Prozent - das waren 20,7 Prozentpunkte weniger als 2011. In der Landeshauptstadt Hannover verlor Rot-Grün erstmals seit 1989 die Ratsmehrheit. Zusammen bekamen beide Parteien nur 30 der 64 Sitze im Rat.

Die CDU kam in Wilhelmshaven auf 20,2 Prozent - 13,2 Prozentpunkte weniger als 2011. In Braunschweig lag das CDU-Ergebnis mit 38,2 Prozent um 12 Prozentpunkte niedriger als bei den vorangegangen Wahlen, in der CDU-Hochburg Cloppenburg machten die Verluste 6,8 Prozentpunkte aus.

Insgesamt waren am Sonntag rund 6,5 Millionen Bürger aufgerufen, über die Zusammensetzung der Stadt- und Gemeinderäte sowie der Kreistage zu entscheiden.

Kreiswahlen in Südniedersachsen

Gemeinderatswahlen in den Kreisen Northeim und Göttingen

Fragen und Antworten zur Wahl

Alle bisherigen Wahlartikel finden Sie in unserem Wahl-Spezial. 

Kommunalwahlen sind keine Landtags- und erst recht keine Bundestagswahlen. Hier geht es nicht um das große Ganze, sondern um die Probleme vor der eigenen Haustür: Brauchen wir eine Umgehungsstraße? Können wir uns ein Freibad leisten? Doch im Wahllokal kann angesichts der zahlreichen Zettel schnell der Überblick verloren gehen.

Wer wählt?

Wahlberechtigt sind am Sonntag insgesamt rund 6,46 Millionen Menschen. Dazu gehören sowohl Deutsche als auch rund 302.000 EU-Bürger. "Voraussetzung ist, dass sie seit mindestens drei Monaten einen Wohnsitz im jeweiligen Wahlgebiet, also den Kommunen haben", sagte Björn Schwiegmann von der Landeswahlleitung. Am Sonntag sind auch 331 000 Erstwähler aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Seit inzwischen 20 Jahren liegt das Mindestwahlalter in Niedersachsen auf kommunaler Ebene bei 16 Jahren.

Was wird gewählt?

Gewählt werden 2125 kommunale Vertretungen - im Fokus stehen die Kreistage und die Räte der acht kreisfreien Städte. Darüber hinaus werden auch die Räte von 919 kreisangehörigen Gemeinden sowie 116 Samtgemeinden neu bestimmt. Über die Zusammensetzung von 1003 Orts- und 44 Stadtbezirksräten wird ebenfalls entschieden. In 37 Kommunen werden zudem Landräte oder Bürgermeister direkt gewählt. Insgesamt sind in Niedersachsen am Sonntag 29 116 Sitze zu vergeben.

Wer tritt an? 

Es bewerben sich insgesamt 66 939 Kandidaten. 12 928 gehören einer der vielen Wählergruppen an, 319 gehen als Einzelbewerber ins Rennen. Die meisten Kandidaten werden jedoch von den 25 zugelassenen Parteien entsandt.

Wie wird gewählt? 

Alle Sitze der Parlamente werden nach den Grundsätzen der Verhältniswahl vergeben. Die Wähler können insgesamt drei gleichwertige Stimmen auf die Parteien, Wählergruppen sowie deren einzelne Kandidaten vergeben. Je mehr Stimmanteile eine Partei oder einer ihrer Kandidaten erhält, umso mehr Sitze werden ihr in dem jeweiligen Parlament zugesprochen.

Anders geht es bei den Direktwahlen zu. Dort geht es um Ämter, die nach dem Prinzip der Mehrheitswahl verteilt werden. Die Wähler haben hier nur eine Stimme. Ein Kandidat muss mehr als die Hälfte der Stimmen erhalten, um die Wahl zu gewinnen. Sollte niemand diese Mehrheit erreichen, geht es in die Stichwahl.

Ich habe drei Stimmen. Wie kann ich die aufteilen und wie wird das gewertet? 

Jede Partei und Gruppe steht sowohl mit einer Gesamtliste als auch mit einer Reihe einzelner Kandidaten auf dem Wahlzettel. Die drei gleichwertigen Stimmen können völlig beliebig auf die Parteien, die Listen und die Kandidaten verteilt werden. So können die Wähler etwa zwei Kreuze bei der Gesamtliste einer Partei machen und das dritte neben den Direktkandidaten einer anderen Partei setzen. Am Ende wird dann ausgezählt. Ein vereinfachtes Beispiel: 

Eine Partei hat insgesamt 100 Stimmen erhalten. 60 davon entfallen auf die Gesamtliste, 40 weitere auf die einzelnen Kandidaten der Partei. Entsprechend werden auch die Sitze im Parlament aufgeteilt, die die Partei insgesamt erlangen konnte. 60 Prozent dieser Sitze werden also über die Liste gefüllt. Die "Direktkandidaten" müssen sich die übrigen 40 Prozent der Sitze untereinander aufteilen - je nachdem, wer von ihnen die meisten Stimmen sammeln konnte. "Auf diese Weise kann auch ein Bewerber einen Sitz bekommen, der auf der Gesamtliste weit hinten stand, aber viele Stimmen als Direktkandidat sammeln konnte", erklärt Schwiegmann.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.