Das Verhältnis des Islams zum Grundgesetz – ein Überblick

Der Göttinger Experte Prof. Tilman Nagel hat 2007 als Experte für die vom damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble initiierte Deutsche Islamkonferenz das Verhältnis von Koran zum deutschen Grundgesetz untersucht. Ein Überblick:

Einbezogen ist auch die Hadith (Überlieferung über Mohammeds Handlungen und Anweisungen – neben dem Koran die zweite Hauptquelle des Islams). Die Ergebnisse von Nagels Untersuchung, die unserer Zeitung vorliegen, sind ernüchternd.

Tilman Nagel schreibt: “Wie verdeutlichen die Verantwortlichen einem muslimischen Schüler, dem beim wiederholten Lesen und Rezitieren des Korans immer aufs Neue ins Gedächtnis gerufen wird, die Andersgläubigen seien ´törichter als Vieh´ …, dass diese Aussage der ´Rede Allahs´ im Hinblick auf die freiheitlich-pluralistische Gesellschaft Deutschlands nicht nur keine Wahrheit, sondern sogar eine mit Sanktionen bedrohte Verleumdung Andersdenkender darstellt?” Im Einzelnen weist Nagel anhand vieler Zitate aus dem Koran und anderen maßgeblichen islamischen Texten folgende Merkmale nach:

 - Andersgläubige und Glaubenslose werden herabgewürdigt und verächtlich gemacht. - Normen und Werte, die nicht auf der Botschaft des Korans beruhen, sondern auf dem eigenverantwortlichen Gebrauch des Verstandes, werden gering geschätzt.
- Das gleichberechtigte Nebeneinander von Ansichten und Anschauungen (Pluralität) wird in den maßgeblichen islamischen Texten verworfen.
- Indem der Austritt aus dem Islam mit der Todesstrafe belegt wird, verweigert der Islam die grundgesetzlich gebotene Religionsfreiheit. Selbst ein leichter Zweifel an der allumfassenden Autorität Mohammeds kann als Abfall vom Islam gewertet werden. - Die koranischen Strafen (kreuzigen, töten, steinigen, peitschen, Körperteile abhacken) stehen in eklatantem Widerspruch zu der grundgesetzlich garantierten Würde des Menschen. - Gewalttaten gegen Andersgläubige, nach deutscher Rechtsauffassung Straftaten, sind im Koran selbstverständlich.
- Der Koran ordnet die Frau dem Mann kategorisch unter. Zusammenfassend, so schreibt Tilman Nagel, dränge sich der Schluss auf, dass die Aussagen “der islamischen autoritativen Texte … zu unwiederholbarer Geschichte geworden sind”. Dies einzusehen, sei für Muslime Voraussetzung für die Teilnahme an einem glaubwürdigen Gespräch. Nagel schließt: “Viele Muslime klagen darüber, dass ihre Religion einen schlechten Ruf genießt. So ist es in der Tat. Doch nur sie allein sind dafür verantwortlich; in diesem Sinn darf auch ein ´Schriftbesitzer´ einmal den Koran zitieren: ´Allah verändert nichts von dem, was es mit einem Volk auf sich hat, ehe es dies nicht von sich aus verändert (Sure 13,11).´”

Zur Person

Der emeritierte Professor Dr. Tilman Nagel (70) ist einer der bekanntesten deutschen Orientalisten und Islamwissenschaftler. Der gebürtige Cottbuser lehrte von 1981 bis 2007 an der Universität Göttingen und hat wichtige Standardwerke der Islamwissenschaft verfasst, zuletzt eine 2008 erschienene Lebensbeschreibung Mohammeds. Der verheiratete Vater eines Sohnes, der bei Göttingen lebt, ist für islamkritische Analysen und Wortmeldungen bekannt. 

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