Erschütternde Bilder

Bürgerkrieg in Syrien: Weinende Aya bewegt die Welt

Talbisa - 8,4 Millionen Kinder leiden laut Unicef unter dem Bürgerkrieg in Syrien. Eines davon ist Aya. Ihr Schicksal geht um die Welt.

Aya ist blutverschmiert. Tränen der tiefsten Verzweiflung brechen aus ihr heraus. Aya ist acht Jahre alt und war daheim im Haus ihrer Familie in Talbisa (Syrien). Das Dach ist eingestürzt. Ihre Heimat wurde bei einem Luftangriff zerstört. Nun sitzt das Mädchen im Krankenhaus. Zwei Mediziner reinigen ihre Wunden. Aya ruft verschreckt nach ihrem Papa.

Die Achtjährige ist eines von 8,4 Millionen Kindern, die laut Unicef unter den Folgen der Kämpfe in Syrien leiden. Das Schicksal von Aya berührt viele Menschen außerhalb des Landes. Das oppositionelle Medienzentrum in Talbisa hat das 35 Sekunden dauernde Video auf dem eigenen You-Tube-Kanal hochgeladen. Die bewegenden Szenen verbreiten sich seitdem im Netz. Bereits im September wurde der fünfjährige Omran aus Aleppo durch Aufnahmen bekannt, die millionenfach im Internet gesehen wurden.

Foto zeigt Aya vor und nach dem Angriff

Am Montag bombardierten syrische und russische Kapmpfjets die von Rebellen kontrollierte Kleinstadt zehn Kilometer nördlich von Homs, schreibt Spiegel Online. Dabei traf eine Bombe das Haus von Ayas Familie. Das Video sollen auch schon die arabischen TV-Sender al-Jazeera und al-Arabiya gezeigt haben.

Besonders tragisch: Auf Facebook ist ein Foto aufgetaucht, das Aya vor dem Luftangriff zeigen soll. Auf dem Bild sitzt das schüchtern wirkende Mädchen offenbar in der Schule und hat den Kopf auf ihrem Rucksack abgestützt. Das Bild des blutenden, verzweifelten Mädchens mit zerzausten Haaren ist ein erschütternder Kontrast.

Es sind auch diese Schicksale, die Papst Franziskus nun bewegt haben, einen sofortigen Waffenstillstand zu fordern. Der Waffenstillstand solle zumindest so lange eingehalten werden, dass die Zivilbevölkerung und „besonders die Kinder, die immer noch im blutigen Bombenhagel gefangen sind, in Sicherheit sind“, sagte er am Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz. Das Kabinett in Deutschland will indes den Einsatz der Bundeswehr gegen die Terrororganisation Islamischer Staat in Syrien und im Irak ausweiten.  

Krankenhäuser werden angegriffen

Vor allem Aleppo wird immer wieder von Luftangriffen getroffen. "Es ist grauenvoll, was sich da abspielt", sagte Angela Merkel am Freitag, und forderte ebenfalls eine Waffenruhe. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen meldete, dass seit Juli die acht verbleibenden Kliniken in Aleppos Rebellengebieten mindestens 23 Mal angegriffen wurden.

Zuletzt hätten Russland und das Regime von Syriens Staatschef Baschar al-Assad gemeinsam ein weiteres Krankenhaus angegriffen. Dabei seien laut US-Außenminister John Kerry 20 Menschen getötet und 100 verwundet worden.

Der Bürgerkrieg in Syrien hat vor etwa fünf Jahren begonnen. Aus zunächst friedlichen Demonstrationen wurden gewaltsame Kämpfe zwischen unzähligen Milizen und Fronten.

Im Folgenden sehen Sie das Video, um das es geht. Achtung: Die im Video gezeigte Szene ist schlimm und nicht leicht zu ertragen.  

Rubriklistenbild: © Screenshot Youtube/ Talbisa

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