Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern

AfD setzt Siegeszug fort - Neuer Rekord aber verfehlt

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Die AfD feiert ihren Sieg.

Schwerin - Es war eine Abstimmung über die Politik von Kanzlerin Merkel, heißt es aus AfD-Reihen. Nach der Wahl im Nordosten wird jetzt Kurs auf den Bundestag genommen. Björn Höcke nennt schon mal eine Zielmarke.

Die AfD hat ihr großes Ziel bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommernerreicht: Mit rund 21 Prozent wurde sie am Sonntag zweitstärkste Kraft nach der SPD und - das war ihr besonders wichtig - vor der Union. Denn in Mecklenburg-Vorpommern liegt der Bundestagswahlkreis von Angela Merkel (CDU), bisher eine sichere Bank für die Kanzlerin. „Das Ergebnis hat große Symbolkraft für die Bundestagswahl in einem Jahr“, sagt Bundesparteivize Alexander Gauland bei der Wahlparty in einem Strandcafé am Schweriner See.

Einen „historischen Sieg“ nennt Gauland das Ergebnis vom Sonntag, auch wenn es vor dem Wahlsonntag höhere Umfragewerte von bis zu 23 Prozent gab und mancher in der Partei wohl insgeheim auf einen neuen Rekord gehofft hatte. Ihr bislang bestes Ergebnis hat die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im März mit 24,3 Prozent eingefahren. Bei der Wahlkampf-Abschlusskundgebung in Schwerin hatte Gauland 30 Prozent für Mecklenburg-Vorpommern nicht ausgeschlossen.

Rückenwind für den Einzug in den Bundestag 2017

„Meck-Pomm“ ist das neunte Bundesland, in dem die AfD im Parlament sitzt. Und mit dem Wahlergebnis vom Sonntag spürt die Partei noch stärkeren Rückenwind für ihr eigentliches Ziel, den Einzug in den Bundestag 2017 und die Abwahl von Kanzlerin Merkel. Björn Höcke, der Thüringer Fraktionsvorsitzender vom rechten Flügel der rechten Populisten, gibt die gut 21 Prozent von Mecklenburg-Vorpommern als „Minimalziel“ für die Bundestagswahl aus.

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry sieht im Wahlerfolg ihrer Partei vor allem ein Signal gegen die bisherigen Parteien. Die AfD habe aus allen Parteien Wähler für sich gewinnen können, sagte Petry. „Das liegt daran, dass sie die Wähler zu lange nicht gehört haben.“ Dass ein Teil der Wähler von der NPD zur AfD gewandert ist, will sie nicht als Problem sehen.

Moderater AfD-Spitzenkandidat, der auf Thema Familie setzt

Doch auch diese Szene gibt es bei der Wahlparty in Schwerin, auf der auch Vertreter der sogenannten Neuen Rechten gesehen werden: Bei der Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen brandet der Applaus noch einmal besonders auf, als das Scheitern der rechtsextremen NPD und der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde deutlich wird.

Der AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm, ein ehemaliger Radiomoderator, hatte sich im Wahlkampf moderat präsentiert und in der Landespolitik stark auf das Thema Familie gesetzt. Aber selbstredend schoss er auch auf die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin, forderte eine konsequente Schließung der Grenzen. „Vielleicht ist das heute der Anfang vom Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels“, sagte er.

Der nächste Stimmungstest wird die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus in zwei Wochen. Dort liegt die AfD in der jüngsten Umfrage bei zehn Prozent. „Berlin ist anders“, sagte AfD-Bundesvize Beatrix von Storch. Doch ein paar Prozentpunkt mehr werden schon noch erhofft. Mecklenburg-Vorpommern werde der AfD in der Berlin-Wahl einen Schub geben.

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dpa

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