HNA-Gespräch

Video-Interview mit SPD-Chef Sigmar Gabriel

Kassel. Die heiße Phase zum Bundestagswahlkampf hat begonnen: Am 22. September wird an der Urne entschieden. Für uns Anlass, Politiker zu fragen, warum sie gewählt werden sollten. SPD-Chef Sigmar Gabriel stand uns Rede und Antwort. Hier können Sie sich das Video-Interview nachträglich ansehen.

Die HNA-Politikredakteure Tibor Pèzsa und Jörg-Stephan Carl interviewten den SPD-Chef. 

Liveticker

15.28 Uhr: Das Live-Interview ist beendet.

15.27 Uhr: Gabriel: Wir müssen ein Interesse daran haben, die Euro-Zone zu stabilisieren. Der Euro hat für ein exportorientiertes Land wie das unsere viele Vorteile. Wir haben auch viel vom Euro profitiert.

15.25 Uhr: Meine Angst ist die, dass es uns in Bezug auf Europa so geht wie nach Helmut Kohls Versprechen "Die deutsche Einheit kostet uns nichts." Diese Sorge treibt auch mich um.

15.24 Uhr: Gabriel: Ich erwarte von den Griechen einen Lastenausgleich, das, was Deutschland auch nach dem 2. Weltkrieg gemacht hat. Das betrifft auch die Griechen, die ihrem Land den Rücken zugedreht haben.

15.22 Uhr: Was würde die SPD anders machen? Gabriel: Die Banken müssen untereinander haften, wir brauchen die Finanzmarktbesteuerung, wir würden ein Trennbankensystem entwickeln.

15.20 Uhr: Gabriel: Reden und Handeln ist bei Frau Merkel nicht immer sehr identisch - das erkläre auch Merkels Beliebtheitswerte.

15.19 Uhr: Wir müssen den Menschen zeigen, dass sich Wählen-gehen lohnt. Die Finanzmärkte müssen vernünftig reguliert werden, wir können nicht die Merkel-Politik fortführen, mit der die Steuerzahler Europa finanzieren.

15.17 Uhr: Zu einer Koalition mit den Linken: Die Linken sind zwei Partien in einer, darauf kann man sich nicht verlassen. Die Linkspartei muss für sich entscheiden, ob sie eine regierende oder eine protestierende Partei sein will.

15.15 Uhr: Gabriel: Ich bin dagegen, dass die Bahn privatisiert wird. Da wollen Unternehmen eine tolle Bilanz vorweisen, was zur Folge hat, dass beim Personal gekürzt wird.

15.13 Uhr: Steuerlich kommt auf 90% der Bürger gar nichts zu. Auf zehn Prozent der Besserverdienenden kommt etwas zu. Letzteres könnten wir nur verhindern, wenn wir innerhalb Europas gleiche Grundlagen der Besteuerung schaffen würden. Das muss eine Regierung wollen. Es kann nicht sein, dass z.B. ein großes Unternehmen wie Apple innerhalb Europas anders besteuert wird.

15.11 Uhr: Frage der Leser: Bleibt das Leben in Deutschland bezahlbar? Gabriel: Die Angst der Wähler ist berechtigt. Geht es so weiter wie jetzt, werde z.B. Strom unbezahlbar. Wir wollen den Bürger hier entlasten. Erneuerbare Energien dürfen nur dort subventioniert werden, wo sie nicht unwirtschaftlich sind. Auch was den Mietpreis anbetrifft muss etwas passieren.

15.10 Uhr: Gabriel: Bei uns gibt es - hoffentlich so wie bei Ihnen in der Redaktion - auch mal Streit. Eine stumme Partei ist meist auch eine dumme Partei.

15.08 Uhr: Gabriel ist sauer: Die Medien unterstellten, dass sich der Konvent gegen Herrn Steinmeier gerichtet hätte. Dabei habe sich der Konvent gar nicht mit der Frage des Parteivorsitzes beschäftigt.

15.06 Uhr: Gabriel: Viele Medien glaubten, dass nichts mehr um der Sache willen gemacht würde. Aber dadurch würde Politik in der Wahrnehmung auf Intrigen reduziert. Der Parteikonvent ohne Steinmeier sei keine Intrige gegen diesen gewesen.

15.04 Uhr: Gabriel: Koalitionsgespräche werden immer zwischen Parteien geschlossen und nicht zwischen Fraktionen. Es gebe auch keine Kampfansage an Frank-Walter Steinmeier.

15.02 Uhr: Tibor Pézsa hakt nach, dass die Kritik so zu verstehen sei, dass der Kandidat allein gelassen werde. Gabriel: Das ist ja nicht der Fall, wir sind in ständigem Kontakt.

15 Uhr: Das Interview wird eröffnet mit einer Kritik von Müntefering am Wahlkampf der SPD. Gabriel ist gelassen, das habe sich auf den in der Tat missglückten Start der Kampagne bezogen, das sei Vergangenheit.

14.53 Uhr: Sigmar Gabriel ist eingetroffen, das Interview startet in Kürze.

Die weiteren HNA-Live-Gespräche:

Freitag, 23. August: Der hessische FDP-Chef und Vize-Ministerpräsident Jörg Uwe Hahn, ab 17 Uhr

Dienstag, 27. August: Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), ab 14.30 Uhr

Mittwoch, 28. August: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), ab 10 Uhr

Dienstag, 10. September: Thorsten Schäfer-Gümbel, Fraktionsvorsitzender und Landesvorsitzender der hessischen SPD, ab 10 Uhr

Samstag, 14. September: Jürgen Trittin, Spitzenkandidat für die Grünen bei der Bundestagswahl 2013, ab 14 Uhr. (jbg)

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