Unionsdisput über Umgang mit der AfD

Seehofer und Merkel streiten sich um Strauß-Leitsatz

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Viel Disput in der letzten Zeit: CSU-Chef Horst Seehofer und Kanzlerin Angela Merkel.

München - Eine demokratisch legitimierte Kraft rechts von der Union dürfe es nicht geben - das hat Franz Josef Strauß einst der CDU/CSU ins Stammbuch diktiert. Merkel und Seehofer legen das unterschiedlich aus.

Im Unionsdisput über den Umgang mit der AfD hat der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf kritisiert. Für deren jüngste Äußerungen habe er nur „blankes Unverständnis“ übrig, sagte der bayerische Ministerpräsident der "Süddeutschen Zeitung".

CSU-Übervater Franz-Josef Strauß sorgt mit seiner Leitlinie posthum für Ärger.

Merkel hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vor dem Aufweichen von Grundüberzeugungen gewarnt, nur um Wähler-Abwanderungen zu vermeiden. Die Kanzlerin sagte, das Credo des früheren CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß und langjähriger CSU-Leitsatz, eine demokratisch legitimierte Kraft rechts von der Union zu verhindern, gelte für sie nicht, wenn er so verstanden werden könne, dass „Prinzipien relativiert oder gar aufgegeben werden müssten, damit Menschen sich nicht von der Union abwenden“.

Merkels Interview trifft Seehofer "ins Mark"

Merkels Interview sei „völlig unnötig" und gehe ihm „schon ein bisschen ins Mark“, sagte Seehofer der „SZ“. „Wenn nun der Satz von Strauß in Frage gestellt wird, dann ist das auch eine Aufgabe eines gemeinsamen Prinzips von CDU und CSU.“ Die „Kohl-Strauß-Linie“ sei ein Stützpfeiler der Union und sei nun „einsturzgefährdet“. Seehofer sagte: „Wir sind eine Partei der bürgerlichen Kraft, die auch das demokratisch rechte Spektrum abdeckt.“ In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ hatte er zuvor gesagt, der Satz von Strauß sei „heute so richtig wie vor 30, 40 Jahren“.

dpa

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