Tödlicher "Irrtum"

Militärkoalition gesteht Angriff auf Trauerfeier in Sanaa 

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Die Trümmer nach dem Luftangriff vom 8. Oktober auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa.

Mehr als 140 Zivilisten sind vor einer Woche bei einem Bombenangriff der Militärkoalition unter saudi-arabischer Führung im Jemen ums Leben gekommen.  Diese erklärt sich zwar für verantwortlich, spricht jedoch von einem "Irrtum".

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat am Samstag zugegeben, dass eines ihrer Kampfflugzeuge am 8. Oktober "irrtümlicherweise" eine Trauerfeier in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa bombardiert hat. "Wegen der Missachtung der Einsatzregeln und -prozeduren der Koalition sowie der Herausgabe falscher Informationen hat ein Flugzeug der Koalition irrtümlicherweise den Ort angegriffen und damit zivile Tote und Verletzte verursacht", erklärte der von der Koalition eingesetzte Untersuchungsausschuss in Riad.

Auch Huthi-Kämpfer unter den Opfern

Der Angriff vom 8. Oktober mit mehr als 140 Toten hatte international für scharfe Kritik gesorgt und auch die USA in Bedrängnis gebracht, die die Militärkoalition mit Informationen, Munition und logistischer Hilfe unterstützen. Unter den Opfern waren hochrangige Offiziere der mit den Huthi-Rebellen verbündeten Militäreinheiten. Die schiitischen Aufständischen machten umgehend die Koalition verantwortlich, die seit März 2015 Luftangriffe auf die Huthis und ihre Verbündeten in der Armee fliegt.

Die Koalition stand unter Druck, den Angriff rasch zu untersuchen. Der eingesetzte Ausschuss erklärte nun, es müssten "angemessene Maßnahmen" gegen die Verantwortlichen getroffen werden und eine Entschädigung an die Familien der Opfer gezahlt werden. Der Ausschuss beschuldigte das Umfeld des jemenitischen Generalstabs, einen sofortigen Angriff angefordert zu haben, weil bewaffnete Huthi-Kämpfer versammelt seien.

Menschenrechtler sprechen von einem "Kriegsverbrechen"

Bei Luftangriffen des Militärbündnisses werden im Jemen immer wieder zivile Ziele bombardiert, darunter auch wiederholt Krankenhäuser. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichnete den Angriff auf die Trauerfeier angesichts der offensichtlichen Präsenz hunderter Zivilisten als mutmaßliches "Kriegsverbrechen". Bei dem Angriff wurden auch 525 Menschen verletzt, 300 von ihnen schwer.

Ein Vertreter der Huthi-Rebellen teilte am Samstag mit, 115 Verletzte des Angriffs würden mit einem Flugzeug des Oman in das Sultanat ausgeflogen. Mit dem Flugzeug war zuvor eine Delegation der Huthi-Rebellen aus Maskat nach Sanaa gebracht worden.

dpa

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