Protestmarsch gegen IS in Amman

Jordaniens Rache: Luftschläge gegen IS-Terrormiliz

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Königin Rania umarmt Anwar al-Tarawneh, die Witwe des ermordeten jordanischen Piloten Maaz al-Kassasbeh.

Al-Rakka/Amman - Der brutale Mord des IS an einem jordanischen Piloten hat die Welt geschockt. Jordanien will den Tod mit harter Hand vergelten. Das Königreich kündigt an, die Extremisten zu jagen, wo immer sie sind.

Nach der Ermordung eines jordanischen Piloten durch den Islamischen Staat (IS) hat die internationale Koalition im Norden Syriens neue Luftangriffe auf die Extremisten geflogen. Aktivisten und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichteten am Freitag von mehreren Luftschlägen in der IS-Hochburg Al-Rakka. In verschiedenen Vierteln der Stadt seien Explosionen zu hören gewesen. Angaben über Opfer lagen zunächst nicht vor.

In der Hauptstadt Amman zogen mehrere Tausend Menschen gegen die Terrormiliz auf die Straße. Das jordanische Staatsfernsehen zeigte Bilder des Protestmarsches, der nach dem Freitagsgebet an einer Moschee begann. Königin Rania, die Frau von König Abdullah II., beteiligte sich ebenfalls an der Demonstration. Viele trugen Fotos des Opfers oder Transparente, auf denen sie Rache forderten.

Der IS hatte den jordanischen Piloten Muas al-Kasasba bei lebendigem Leib verbrannt und dazu Anfang der Woche ein Video veröffentlicht. Das haschemitische Königreich kündigte danach massive Vergeltung an. „Wir werden ihnen nachstellen, wo auch immer sie sind, mit allem, was wir haben“, sagte Außenminister Nasser Dschudeh dem US-Sender CNN.

Auch in der nordirakischen Stadt Mossul bombardierten die USA und Verbündete IS-Ziele. Dabei seien 47 Extremisten ums Leben gekommen, teilte der Gouverneur der Provinz Ninawa, Athil al-Nudschaifi, mit.

Deutschland liefert Waffen

Deutschland liefert den Kurden im Nordirak weitere Waffen im Wert von 13 Millionen Euro für ihren Kampf gegen den IS. So sollen die Peschmerga 30 weitere Panzerabwehrwaffen vom Typ „Milan“ mit 500 Raketen, 203 Panzerfäuste und 4000 Sturmgewehre erhalten. Das geht aus einer Liste des Verteidigungsministeriums hervor.

Die USA und ihre Verbündeten fliegen seit mehreren Monaten Angriffe gegen IS-Ziele. In Syrien gehören Jordanien und andere arabische Staaten zu ihren Partnern. Im Irak beteiligen sich mehrere westliche Staaten. Die Koalition hatte bereits am Donnerstag in Syrien mehr als 20 Angriffe auf den IS geflogen und mindestens 13 Extremisten getötet, wie die Menschenrechtler meldeten. Jordanien beschoss nach eigenen Angaben Waffendepots und Lager der Extremisten.

Im Norden Syriens eroberten kurdische Einheiten im Umland der Stadt Kobane weitere Gebiete vom IS zurück. Die Kurden hätten mittlerweile rund 100 Dörfer eingenommen und die Extremisten bis zu 25 Kilometer von der Stadtgrenze zurückgedrängt, meldete die Beobachtungsstelle. Kobane selbst hatten die Kurden vor fast zwei Wochen befreit.

Die EU-Kommission will zum Kampf gegen den IS und zur Stabilisierung des Iraks und Syriens eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen. Etwa 40 Prozent davon sollten in humanitäre Hilfe in den beiden Staaten fließen sowie in Nachbarländer, die syrishe Flüchtlinge aufgenommen haben, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

dpa

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