Medienbericht

Fall Peggy: Offenbar Hass-Brief an Mutter aufgetaucht

+
Der Mordfall Peggy hat in der vergangenen Woche eine überraschende Wende genommen.

München - Seit dem Ermittler die DNA von Uwe Börnhardt an Peggys Leiche entdeckt haben, sind viele offene Fragen aufgekommen. Indizien sprechen nun für einen politisch motivierten Mord.

Im Zusammenhang mit dem Mordfall Peggy soll nach Medienberichten ein rechter Hass-Brief an die Mutter des Mädchens aufgetaucht sein. Wenige Tage nach dem Verschwinden des Mädchens im Mai 2001 habe deren Mutter ein anonymes Schreiben erhalten, das laut einem Aktenvermerk der damaligen Soko Peggy beleidigend und "offensichtlich von einem äußerst rechts orientierten Menschen" verfasst wurde, wie die "Bild"-Zeitung am Montag berichtete.

Offenbar habe der Absender auf den Übertritt von Peggys Mutter zum Islam angespielt, hieß es weiter in dem Bericht. Das Schreiben sei Teil der Ermittlungsakten.

Staatsanwaltschaft bestätigt Existenz des Briefes nicht

Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Bayreuth bestätigte die Existenz eines solchen Briefes unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Es werde nach wie vor in alle Richtungen ermittelt.

Der Fund von DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Extremisten Uwe Böhnhardt nahe der Leiche der vor 15 Jahren in Bayern verschwundenen Peggy hatte vergangene Woche für Schlagzeilen gesorgt. Böhnhardts DNA war an einem Stoffstück nachgewiesen worden. Wie die Spuren dorthin kamen, ist noch völlig unklar.

Peggy war 2001 verschwunden, der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Der rechtsextreme Nationalsozialistische Untergrund (NSU) um Böhnhardt und die mutmaßlichen weiteren Mitglieder Uwe Mundlos sowie Beate Zschäpe wird für eine Mordserie verantwortlich gemacht, bei der bundesweit neun Migranten und eine Polizistin starben.

Fund von Böhnharts DNA-Spur

Böhnhardt und Mundlos erschossen sich 2011 im thüringischen Eisenach, als ihnen die Polizei auf der Spur war. Nur Zschäpe wurde gefasst. Sie steht derzeit in München vor Gericht.

Als Konsequenz aus dem Fund der DNA-Spur von Böhnhardt nahm am Montag eine Sonderkommission der Thüringer Polizei ihre Arbeit auf. Die in Jena angesiedelte Soko soll in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Gera die Fälle ungeklärter Kindstötungen in Thüringen seit 1990 neu untersuchen.

Die Obfrau der Linken im NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags, Katharina König, hatte kürzlich auf personelle Überschneidungen zwischen der thüringischen Naziszene und Fällen von Kindesmissbrauch und -tötung verwiesen. So sei Böhnhardt selbst gemeinsam mit dem angeblichen Besitzer einer unweit von Peggys Fundort gelegenen Waldhütte im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu einem 1993 in Jena ermordeten Jungen ins Visier der Polizei geraten.

AFP

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.