Ex-US-Vize Al Gore will den Kapitalismus verbessern

Naturfreund mit großem Vermögen: Was macht eigentlich Al Gore heute?

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Gore, the bore, Gore, der Langweiler. So hat man über den damaligen Präsidentschaftskandidaten gelästert. Doch nur wenige Politiker sind so unterschätzt worden wie der Demokrat aus Tennessee.

Fast könnte man Al Gore, der 2000 unter skandalösen Umständen George W. Bush im Präsidentschaftsrennen unterlegen war, einen profitablen Verlierer nennen. Natürlich vertritt Gore auch mit 67 Jahren seine Umweltagenda. Das Dach seines Hauses hat eine einzige Solarzelle, im Garten hat er geothermische Brunnen, und zu Hause in Nashville bringt er seine Anzüge nur zu ökologischen Reinigungsbetrieben. Er hat Filme gemacht, Bücher geschrieben, aktuell über die „Sechs Triebkräfte des globalen Wandels“, und wurde dafür sogar mit Oscar und Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Doch Gore setzt mittlerweile andere Schwerpunkte.

Er soll ein geschätztes Vermögen von umgerechnet 153 Millionen Euro haben, berichtete die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf den Finanzdienst Bloomberg. Bei allen umweltpolitischen Überzeugungen verfügt Gore nämlich auch über einen cleveren Geschäftssinn. Zusammen mit seinem Partner David Blood ist er Chef einer erfolgreichen Anlagegesellschaft. 2004 gegründet, verwaltet General Investment Management zwölf Milliarden Dollar von Pensionskassen und anderen Profis.

Für Aufsehen in der amerikanischen Öffentlichkeit sorgte 2010 die Nachricht, dass er sich nach 40 Ehejahren von seiner Frau Tipper trennte, mit der er vier Kinder hat. Dafür läuft es für Gore im Geschäftlichen bestens. Und auch das verbindet er mit einer Mission.

Denn der ehemalige US-Vizepräsident trommelt als erfolgreicher Unternehmer für nachhaltigen Kapitalismus und attackiert kurzfristiges Managerdenken sowie den Mangel an Nachhaltigkeit. Dabei sorgt Gore, der im Aufsichtsrat von Apple sitzt und für Auftritte vor Industrieverbänden fürstliche Honorare erhält, gut vor. Wäre er im Jahr 2000 Präsident geworden, hätte er als Chef des Weißen Hauses „nur“ 306 000 Euro pro Jahr verdient. Zynisch gesagt: So lukrativ kann Verlieren sein.

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