Niedersachsens Einwohnerzahl schrumpft weiter

Hannover. Während viele Bundesländer sich über steigende Einwohnerzahlen freuen, ist die Zahl der Niedersachsen weiter geschrumpft - und das im siebten Jahr in Folge. Ende 2011 lebten zwischen Göttingen und Wilhelmshaven noch genau 7.913.502 Einwohner, 0,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das geht aus den aktuellen Daten zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Niedersachsens hervor, die der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie (LSKN) am Freitag vorstellte.

Bundesweit stieg die Einwohnerzahl laut „Niedersachsen-Monitor“ im Schnitt um 0,1 Prozent, in den westdeutschen Ländern sogar um 0,2 Prozent. Die demografische Entwicklung gebe Anlass zur Sorge, sagte LSKN-Experte Prof. Lothar Eichhorn der Nachrichtenagentur dpa. Im Fünfjahresvergleich musste Niedersachsen sogar einen besonders hohen Einwohnerschwund von 0,9 Prozent verzeichnen.

Die westdeutschen Bundesländer haben im Schnitt nur 0,2 Prozent ihrer Bevölkerung eingebüßt. Die Negativ-Entwicklung bekomme angesichts der immer weiter sinkenden Geburtenrate ein besonderes Gewicht, sagte Eichhorn. Mit einem Minus von 6,2 Prozent innerhalb von fünf Jahren sei Niedersachsen das Schlusslicht unter den Ländern.

Bundesweit ging die Geburtenrate seit 2006 nur um 1,5 Prozent zurück. 2011 wurden in Niedersachsen noch 61.280 Kinder geboren. Die eher kurz- und mittelfristigen Wirtschaftszahlen des Landes seien dagegen weitgehend erfreulich, sagte Eichhorn. So habe sich die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen sei bis Mitte Juni 2012 auf 6,4 Prozent gesunken, die Zahl der Erwerbstätigen dagegen gestiegen. Das Wirtschaftswachstum lag 2011 um 3,3 Prozent über dem des Vorjahres.

Aus Sicht der SPD im Landtag ist der wirtschaftliche Erfolg vor allem den unteren Einkommensschichten zu verdanken. „Sie bezahlen mit immer größerer Unsicherheit und Abstiegsgefahr den Preis dafür, dass immer weniger Menschen vom Erfolg der Hochkonjunktur profitieren“, erklärte der Fraktionsvorsitzende Stefan Schostok. (dpa)

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