NSU-Prozess:

Bundesanwalt wirft Nebenklägern „groben Unfug“ vor

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NSU-Prozess in München: Blick in den Gerichtssaal.  

München - Die Bundesanwaltschaft hat den Nebenklägern im NSU-Prozess „groben Unfug“ und „despektierliches“ Verhalten gegenüber dem Münchner Oberlandesgericht (OLG) vorgeworfen.

Bundesanwalt Herbert Diemer, der die Anklage im NSU-Prozess vertritt, antwortete damit am Dienstag auf Vorwürfe von Nebenklägern, die sich in der vergangenen Woche in scharfen Worten gegen die Ablehnung von Beweisanträgen gewandt hatten. Dabei geht es um den Verdacht, staatliche Stellen könnten bei der Fahndung nach den untergetauchten NSU-Terroristen versagt und die Serie von Morden und Sprengstoffanschlägen damit ermöglicht haben.

In seiner Stellungnahme stellte sich Diemer hinter die Entscheidung des OLG-Senats, der die Zeugenladung des früheren Zwickauer V-Mannes „Primus“ abgelehnt hat. „Primus“ soll laut Medieninformationen Beate Zschäpe und Uwe Mundlos in seinen Unternehmen beschäftigt haben. Die Nebenkläger wollten zudem weitere Geheimdienstverwicklungen klären.

Im Prozess könne „nicht alles aufgearbeitet werden“, sagte Diemer. In der Strafprozessordnung seien „Konzentration und Beschleunigung“ vorgeschrieben, weil zwei Angeklagte in Untersuchungshaft einsäßen. Hauptangeklagte im NSU-Prozess ist Zschäpe. Sie lebte mit Mundlos und Uwe Böhnhardt bis zu deren Auffliegen und mutmaßlichen Selbstmords fast 13 Jahre im Untergrund. Angeklagt ist sie für zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde und alle anderen Verbrechen des NSU wegen Mittäterschaft.

dpa

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