NSU-Prozess:

Zschäpes Fingerabdruck auf verdächtigem Zeitungsartikel

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Beate Zschäpe

München - Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, hat nach Angaben eines Ermittlers ihren Fingerabdruck auf einem verdächtigen Zeitungsartikel hinterlassen.

Der Artikel sei in einem Video des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ gezeigt worden, sagte am Dienstag ein Beamter des Bundeskriminalamts als Zeuge vor dem Oberlandesgericht München. Bei dem Video handelt es sich nicht um das bekannte „Paulchen-Panther“-Bekennervideo, sondern um eine frühere Version, die nicht verschickt wurde und auf Datenträgern des NSU gespeichert war.

Der Artikel stammt aus der Münchner Zeitung „tz“ aus dem Jahr 2001. Darin ging es um den Mord an dem Einzelhändler Habil Kilic im Stadtteil München-Ramersdorf. Zschäpes Fingerabdruck befinde sich am oberen Seitenrand, sagte der Ermittler.

Zschäpe attackiert erneut ihre Anwältin Sturm

Zschäpe hat zudem erneut ihre Pflichtverteidigerin Anja Sturm attackiert. In einem Brief an das Gericht im Münchner NSU-Prozess forderte sie Sturms Abberufung und die Einsetzung ihres Vertrauensanwalts Hermann Borchert als Pflichtverteidiger. Zschäpes Brief wurde am Dienstag an die Prozessbeteiligten verteilt und liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Zschäpe wirft Sturm darin vor, sie mehrmals „lautstark angeschrien“ zu haben. Sturm und die beiden anderen Pflichtverteidiger Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl hätten sie „eingeschworen“, Blickkontakt zu Richtern und Sachverständigen zu vermeiden und „maskenhafte Regungslosigkeit“ zu wahren, „damit keine Rückschlüsse auf meine Gemütslage“ gezogen werden könnten. 

Zschäpe ist als mutmaßliche Mittäterin an allen zehn überwiegend rassistisch motivierten Morden des NSU angeklagt. In Ihrer Aussage im vergangenen Dezember bestritt sie, vorab von den Taten gewusst oder sie gebilligt zu haben.

dpa

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