US-Präsident zu Besuch in Deutschland

Obama und Merkel besuchen Hannover Messe

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Gemeinsam lächeln: Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Obama kommen zur Eröffnung der Hannover Messe in Hannover.

Hannover - Zweiter Tag des Deutschland-Besuchs von Obama: Der US-Präsident will sich auf der Hannover Messe umsehen und in einer Rede der Weltpolitik widmen. Und dann kommen noch die Kollegen aus Großbritannien, Frankreich und Italien hinzu.

Der zweite Tag des Deutschland-Besuchs von US-Präsident Barack Obama steht gleichermaßen im Zeichen der Hannover Messe und der Weltpolitik. Nach der Messe-Eröffnung vom Vorabend wollen er und Kanzlerin Angela Merkel den traditionellen Messerundgang absolvieren.

Die USA sind in diesem Jahr Partnerland der weltgrößten Industrieschau. Im Anschluss will Obama eine Rede halten, die in seinem Umfeld als Schwerpunkt des Besuchs klassifiziert wird. Am Nachmittag wird das bis dato bilaterale Treffen zu einer Art G5-Format: Dann stoßen Großbritanniens Premier David Cameron, Frankreichs Präsident François Hollande und Italiens Regierungschef Matteo Renzi zu Merkel und Obama hinzu.

Obama war am Sonntagmittag aus London kommend in Hannover gelandet und von Merkel im Schloss Herrenhausen mit militärischen Ehren empfangen worden. Beide sprachen dann knapp zwei Stunden miteinander.

Vor Journalisten warben sie anschließend eindringlich für einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen über das umstrittene Freihandelsabkommen von EU und USA (TTIP). Er setze darauf, dass bis zum Ende seiner Amtszeit zumindest die Inhalte soweit vereinbart seien, dass die Parlamente sich damit befassen könnten, sagte Obama. In diesem Jahr werde es aber keinen endgültigen Beschluss darüber mehr geben.

Auch Merkel sprach sich für einen schnellen Abschluss aus. Ein Freihandelsabkommen sei aus europäischer Perspektive "absolut hilfreich", um die Wirtschaft in Europa besser wachsen zu lassen.

Der Widerstand gegen das Handelsabkommen ist nicht nur, aber besonders in Deutschland groß. Rund um den Obama-Besuch hatte es am Wochenende in Hannover Proteste dagegen gegeben. Bei der größten Veranstaltung am Samstag waren laut Polizei etwa 35 000 Menschen auf die Straßen gegangen. Sie befürchten eine Senkung von Standards und kritisieren mangelnde Transparenz bei den Verhandlungen.

Obama stellte sich demonstrativ hinter Merkels in Deutschland umstrittene Flüchtlingspolitik. "Sie ist auf der richtigen Seite der Geschichte", sagte er. "Sie ist wegen ihres Durchhaltevermögens zu bewundern." Auch als Person und Politikerin lobte er die Kanzlerin auffallend: "Es ist die wichtigste Beziehung, die wichtigste Freundschaft, die ich in meiner Amtszeit hatte."

Obama hält sich zum fünften Mal als US-Präsident in Deutschland auf, voraussichtlich auch zum letzten Mal. Im November wird in den USA ein neuer Präsident gewählt, im Januar scheidet Obama aus dem Amt. Am späten Montagnachmittag will er wieder in Richtung Heimat starten.

Alles aktuelle zum Besuch des US-Präsidenten in Hannover finden Sie in unserem News-Blog.

dpa

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