Krankheit verläuft nur in Einzelfällen tödlich

Pferde-Herpes: Hessen-Meisterschaft fällt aus

Wiesbaden. Nach dem Ausbruch einer Virusinfektion auf einem Reiterhof in Mittelhessen, bei der bis gestern zehn Pferde eingeschläfert werden mussten und 25 weitere erkrankt sind, hat der hessische Pferdesportverband am Mittwoch die Hessischen Meisterschaften der Dressur- und Springreiter am kommenden Wochenende abgesagt.

Schon tags zuvor hatte Verbandssprecherin Heidrun Weitz gesagt: „Wir empfehlen, nicht an Turnieren teilzunehmen und je nach Möglichkeit die Pferde- und Reiterhöfe in Hessen unter Quarantäne zu stellen.“

Ob es sich bei der Infektion um Pferdeherpes handelt, war zunächst offen. Das Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Uni Gießen habe das Virus am Dienstagnachmittag nachgewiesen, meldete die Hessenschau.

Herpes überträgt sich laut hessischem Pferdesportverband üblicherweise durch Tröpfcheninfektion: „Dabei wird frischer Nasenausfluss erkrankter Pferde – meist durch den Menschen – auf andere Pferde übertragen. Unmittelbar nach Austrocknen des Schleimes stirbt der Virus ab.“ Herpes trete „seit Jahrzehnten immer mal wieder auf“, hieß es dazu weiter.

Laut Pferdesportverband haben erste Höfe mit Vorsichtsmaßnahmen reagiert und lassen unter anderem in Oberursel und Usingen (beide Hochtaunuskreis) fremde Pferde nicht mehr in ihre Ställe. Dies ist laut Verbandssprecherin Weitz auch deswegen die richtige Entscheidung, weil Pferde Träger der Krankheit sein könnten, ohne dass sie bei ihnen schon ausgebrochen ist.

Die Absage der Meisterschaft in Darmstadt-Kranichstein wurde unter anderem auch mit Empfehlungen des Kreisveterinäramts Darmstadt-Dieburg und des Landesumweltministeriums begründet worden.

70 bis 90 Prozent aller Pferde seien mit Herpesviren infiziert – meist, ohne dass die Besitzer es wissen, sagte bei einem Ausbruch im Herbst 2015 Tiermediziner Karsten Feige, der die Klinik für Pferde an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Tiho) leitet. Tödlich verlaufe die Krankheit nur in Einzelfällen. Ansteckungsgefahr für Menschen bestehe nicht. Pferdebesitzer, so Feige, sollten frühzeitig einen Tierarzt zu holen, wenn ihre Tiere Fieber, Schnupfen und Husten haben. Wenige erkrankte Pferde zeigen auch neurologische Symptome. (mit dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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