Philologenverband: Ohne Lesen keine gute Rechtschreibung

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Rechtschreibexperte Christian Stang schreibt das Wort Rechtschreibung auf eine Tafel. Der Deutsche Philologenverband kritisiert, dass Schülerinnen und Schüler zu wenig lesen und daher keine Rechtschreibkompetenz erwerben. Foto: Armin Weigel/Archiv

Berlin (dpa) - Die Rechtschreibreform vor 20 Jahren ist nach Worten des Vorsitzenden des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, nicht Hauptursache für die nachlassenden Rechtschreibleistungen von Schülern.

Es sei zwar eine unbestreitbare Tatsache, dass die Rechtschreibleistungen auch an Gymnasien immer schwächer würden, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Hauptursache sieht Meidinger aber darin, "dass wir es insbesondere bei den meisten Jungen mittlerweile mit einer Generation von Jugendlichen zu tun haben, die kaum mehr liest". Ohne intensives Lesen erwerbe man aber auch keine ausreichende Rechtschreibkompetenz, betont der Experte.

Der Bildungspolitik wirft Meidinger vor, den Rechtschreibunterricht in den Lehrplänen seit den 90er-Jahren systematisch zu vernachlässigen. Weil Rechtschreibung als Bildungsbarriere gelte, führe sie in manchen Bundesländern insbesondere in der Mittelstufe ein Randdasein.

"Ich halte es für einen schweren Fehler, dass es Bundesländer gibt, in denen zumindest in bestimmten Jahrgangsstufen keine benoteten Rechtschreibdiktate mehr geschrieben werden dürfen", kritisierte Meidinger. In keinem anderen europäischen Land werde dem muttersprachlichen Unterricht in den Stundentafeln so wenig Platz eingeräumt.

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