Partnerschaft gesprengt

Leitung Nord Stream 2: Polen fährt Europa in die Parade

Politisch umstritten: Die Nord-Stream-Pipeline, hier die Röhrenfertigung. Foto: dpa

Kassel. Der russische Gaskonzern Gazprom steht mit dem geplanten Bau seiner Ostsee-Leitung Nord Stream 2 erst einmal ohne westliche Partner da. Die polnische Wettbewerbsbehörde hat gegen das geplante neue Gemeinschaftsunternehmen Bedenken.

Die sechs Unternehmen, darunter die Kasseler BASF-Tochter Wintershall, ziehen deshalb in Polen ihre Fusionskontrollanmeldung zurück. Die Aktionärsvereinigung Nord Stream 2, in der auch Engie (vormals Gaz de France/Suez), OMV, Shell und Uniper (vormals Eon) vertreten sind, wird zu den Akten gelegt.

„Wir treten der Nord Stream 2 AG jetzt nicht bei, sind aber an der Umsetzung des Projektes weiterhin sehr interessiert und bleiben Partner“, sagte ein Wintershall-Sprecher gestern. Der größte deutsche Öl- und Gasförderer sollte an dem Gemeinschaftsunternehmen zehn Prozent halten. Das entspricht einem Beitrag von bis zu einer Milliarde Euro an den Investitions- und Finanzierungskosten.

Auf den Bau der Pipeline und seinen Zeitplan werde sich die Entscheidung nicht auswirken, betonten die Unternehmen gestern. Sie müssen nun aber neue Wege suchen, um das Projekt gemeinsam zu stemmen. Denkbar wäre, ein vorhandenes Unternehmen mit Nord Stream 2 zu verknüpfen oder Gazprom mit Darlehen zu versehen.

Die beiden 1200 Kilometer langen Leitungsstränge des Projekts sollen, wie die bereits in Betrieb befindliche Pendant Nord Stream 1 eine jährliche Kapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Gas haben. Polen und die baltischen Staaten kritisieren den Bau scharf und fürchten, dadurch könnten ihre Interessen übergangen werden.

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