Bande schon lange im Blick

Polizei Düsseldorf ermittelt schon lange gegen Araber - Verbindung zu Köln?

Ein Mann wird am Kölner Hauptbahnhof von Polizeibeamten abgeführt: Dort waren in der Silvesternacht Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden. Foto:  dpa

Köln/Düsseldorf. Die Ermittlungen zu den sexuellen Übergriffen und Diebstählen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof halten die Polizei in Nordrhein-Westfalen in Atem. Nun wurde bestätigt, dass in Düsseldorf seit über einem Jahr eine ähnliche Bande bekannt ist.

Es geht um 2244 Verdächtige, die meisten aus Nordafrika, viele davon aus Marokko. 4392 Diebstähle im Stadtgebiet von Düsseldorf sollen in etwa anderthalb Jahren auf das Konto dieser Täter gehen. Ein entsprechender 18-seitiger geheimer Bericht der Polizei der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt liegt der Bild-Zeitung vor. Markus Niesczery, Sprecher der Düsseldorfer Polizei, bestätigte diese Zahlen gegenüber unserer Zeitung.

Laut Niesczery geht es dabei um ein Arbeits- und Analyseprojekt, das im Juni 2014 begonnen hat. „Wir haben eine starke Zunahme an Straßenkriminalität bemerkt - größtenteils Diebstähle. Teilweise hat es auch leichtverletzte Personen gegeben.“ Die Polizei habe Zusammenhänge bei den Tätern, beim Ablauf der Taten und bei den Absatzmärkten der gestohlenen Gegenstände bemerkt. Daraufhin habe man gehandelt.

Der genaue Titel des Projektes: „Auswerte- und Analyseprojekt Casablanca - Nordafrikanische Tatverdächtige in Düsseldorf“. Dass es sich bei der Überwachung der Personen um eine Sonderkommission (Soko) handelt, die Bild-Zeitung schrieb von der Soko „Casablanca“, dementiert der Polizeisprecher aber. „Wir haben zum Ende des vergangenen Jahres eine Bilanz gezogen. Nun sollten eigentlich weiterführende Ermittlungen eingeleitet werden.“ Dass der Bericht nun öffentlich ist, sei kontraproduktiv.

1256 der überwachten Verdächtigen stammen aus Marokko, die meisten davon unter 30-jährige Männer. Zentrale Drahtzieher der Bande sollen bekannt sein. Sie rekrutieren Nachwuchs aus Flüchtlingsheimen und kommunizieren über Facebook, so die Vermutung der Polizei.

„Wir haben bislang schon einige Personen festgenommen“, sagt Markus Niesczery. Eine Ausweisung drohe den Tätern aber kaum. Niesczery: „Es geht nicht um Schwerstkriminalität. In den meisten Fällen sind Sozialstunden, Geld- und Bewährungsstrafen die einzige Folge. Eine Ausweisung stehe erst bei einer Gefängnisstrafe ab drei Jahren ohne Bewährung im Raum.

Ob eine Verbindungen zu den Männern besteht, die in der Silvesternacht in Köln Frauen sexuell belästigt und bestohlen haben, wollte Niesczery weder bestätigen noch bestreiten. „Möglich ist vieles. Wir werden den Ermittlungsergebnissen der Kölner Kollegen aber nicht vorgreifen.“

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