Zwischenfall über dem Schwarzen Meer

Russischer Kampfjet fliegt wenige Meter an US-Maschine vorbei

Ein russisches Kampfflugzeug hat sich nach Angaben Washingtons bei einem Abfangmanöver über dem Schwarzen Meer "gefährlich" einem US-Aufklärungsflugzeug genähert.

Der Kampfjet vom Typ Su-24 sei am Mittwoch bis auf drei Meter an die US-Maschine herangekommen, erklärte ein Militärvertreter in Washington. Der Zwischenfall ereignete sich demnach im internationalen Luftraum.

Der russische Kampfjet habe bei dem 19-minütigen Vorfall zunächst einen Abstand von neun Metern zu dem US-Aufklärungsflugzeug vom Typ P-8A Poseidon eingehalten, sei dann aber bis auf drei Metern an dieses herangekommen, sagte der US-Vertreter. Dies gelte als "gefährlich und unprofessionell".

Russland wies die Vorwürfe umgehend zurück. Die beteiligten russische Flugzeuge hätten die internationalen Vorschriften "strikt" befolgt, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Der russischen Darstellung zufolge hatten mehrere US-Aufklärungsflugzeuge über dem Schwarzen Meer versucht, ein russisches Militärmanöver auszuspähen. Dabei hätten sie sich zweimal der russischen Grenze genähert, ihre Transponder seien ausgeschaltet gewesen.

Russische und US-Militärs haben sich in den vergangenen Monaten mehrmals vorgeworfen, der anderen Seite jeweils gefährlich nahegekommen zu sein, unter anderem über der Ostsee. Über dem Schwarzen Meer hatte sich im Mai vergangenen Jahres ein ähnlicher Vorfall ereignet, als eine russische Maschine vom Typ Su-27 einen US-Aufklärer vom Typ RC-135 abgefangen hatte.

Das Verhältnis zwischen Washington und Moskau ist derzeit sehr gespannt, unter anderem wegen der russischen Annexion der Krim und der Unterstützung rivalisierender Seiten im Syrien-Konflikt. Am Donnerstag kommen US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow in Genf zusammen, um erneut über ein gemeinsames Vorgehen beider Länder in Syrien zu beraten.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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