Schäfer traten gegeneinander an

Südniedersächsische Lokalmatadoren: Bernd und Matthias Bodmann mit ihren Tieren. Die Altdeutschen Hütehunden gehören zu den vom Aussterben bedrohte Haustierrassen. In Niedersachsen gibt es noch etwa 100. Foto: Niesen

Herbigshagen. Ein heftiger Wind pfiff über die Weide unterhalb der Franz-von-Assisi-Kapelle auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt, in der der Tierfilmer Heinz Sielmann seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Die Altdeutschen Hütehunde ließen sich beim niedersächsischen Leistungshüten jedoch weder von scharfen Böen noch von Regenschauern beeindrucken.

Schäferin Simone Müller (Diepholzer Moor) dirigierte dank der Hilfe der schnellen Vierbeiner ihre Herde mit knapp 400 Tieren sicher in die von den Prüfern gewünschten Richtungen. Ein Fingerzeig, ein energischer Ruf: Mehr benötigte sie nicht und schon setzten die schnellen Hunde die Wünsche ihrer Führerin um.

„Das ist kein Sport, das ist ein harter Berufswettbewerb“, sagte die Vorsitzende der niedersächsischen Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde, die Biologin Susanne Zander (Celle). Ohne die arbeitswilligen Tiere ließ sich der entbehrungsreiche Beruf eines Schäfers nicht ausüben. In Niedersachsen gibt es nur noch 15 Berufsschäfer, die überwiegend in der Landschaftspflege eingesetzt werden, so wie Simone Müller, die mit ihrer Herde im Diepholzer Moor unterwegs ist. Vier von ihnen kämpften um den Sieg, zwei Starter traten als Gäste auf. Als erste Starterin hatte es Simone Müller am schwersten. Aber trotzdem setzte sie sich durch und qualifizierte sich mit ihren beiden Hunde des Schlags „Gelbbacke“ für das Bundeshüten Anfang September in Rheinland-Pfalz.

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