Milliardär gerät in Geldnot

"Der Schuldenkönig": Clintons Rundumschlag gegen Trump

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Hillary Clinton teilte mächtig gegen Rivalen Donald Trump aus.

Columbus - Die wahrscheinliche demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat sich die wirtschaftspolitischen Vorstellungen ihres republikanischen Konkurrenten Donald Trump vorgeknöpft.

„Er hat keinen wirklichen Plan, wie unsere Infrastruktur verbessert werden kann“, sagte Clinton am Dienstag in einer Grundsatzrede in Columbus. „Aber vielleicht sollten wir auch nicht mehr von jemandem erwarten, dessen berühmteste Worte sind: „Du bist gefeuert!“.“ Das war eine Anspielung auf Trumps Reality-TV-Show „The Apprentice“, wo dieser Kandidaten mit genau diesen Worten entließ.

Wie schon beim Thema Außenpolitik zeichnete Clinton von Trump das Bild eines ahnungslosen und gefährlichen Kandidaten. Einige ausgewählte Zitate aus ihrer Rede: 

„Vor ein paar Wochen habe ich gesagt, dass seine außenpolitischen Vorstellungen eine Gefahr für unsere nationale Sicherheit darstellen. Man könnte denken, dass er besser darauf vorbereitet wäre, sich um die Wirtschaft zu kümmern, weil er sein Leben lang ein Geschäftsmann war. Aber er ist auch dabei gefährlich.“

„Trump würde uns zurück in eine Rezession schicken.“

„Trump würde uns wieder dahin zurückwerfen, wo wir vor der Finanzkrise waren. Er würde die Wirtschaft zugunsten der Wall Street aufs Spiel setzen.“

„Genau wie er seine Finger niemals auf den roten Knopf legen darf, sollte er niemals über die Wirtschaft bestimmen dürfen.“

„Er bezeichnet sich selbst als Schuldenkönig und sein Steuer-Plan wird dem sicher gerecht.“

„Für ihn scheint alles ein Spiel zu sein.“

„Interessanterweise werden Trumps eigene Produkte in vielen Ländern hergestellt, die nicht Amerika heißen: Trumps Krawatten werden in China produziert, Trumps Anzüge in Mexiko, Trumps Möbel in der Türkei, Trumps Bilderrahmen in Inden. Ich könnte ewig so weiter machen, Ihr versteht schon. Ich würde aber gerne von ihm wissen, wie das mit seinem Gerede von „Amerika zuerst“ zusammenpasst.“

„Jeden Tag sehen wir, wie rücksichtslos und nachlässig Trump ist. Er ist stolz darauf. Das kann seine Wahl sein. Aber nicht wenn es darum geht, dass er unser Präsident wird. Dann ist es unsere Wahl.“

Trump geht das Geld aus

Der voraussichtliche US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump liegt derzeit nicht nur in den Umfragen klar hinter seiner Rivalin Hillary Clinton zurück - seine Kampagne ist auch finanziell deutlich schlechter aufgestellt. Laut am Montagabend (Ortszeit) veröffentlichten Dokumenten hatte er Ende Mai nur 1,3 Millionen Dollar (1,15 Millionen Euro) in seiner Wahlkampfkasse, Clinton hingegen mehr als 30 Mal soviel - nämlich 42 Millionen Dollar.

Die an die Wahlbehörde FEC übermittelten Dokumente zeigen, dass Trump für seine Präsidentschaftskampagne derzeit über so geringe Finanzmittel verfügt wie schon seit Jahrzehnten kein Kandidat mehr.

Die Zahlen dürften die Sorgen vieler in seiner Republikanischen Partei verstärkten, dass der Immobilienmilliardär für das Duell gegen Clinton organisatorisch wie finanziell nicht ausreichend gewappnet ist. Am Montag hatte er seinen Wahlkampfleiter Corey Lewandowski gefeuert - offenbar um seiner Kampagne neuen Schwung zu verleihen.

Spender verschreckt

Trump hat mit seiner aggressiven Kampagne zahlreiche traditionelle Spender seiner Republikanischen Partei verschreckt. Clinton wird hingegen von diversen Großspendern üppig unterstützt. Allein im Mai sammelte die frühere Außenministerin 28 Millionen Dollar an Spenden ein.

Der Immobilienmagnat Trump hat seit dem vergangenen Jahr hohe Millionensummen, überwiegend als Darlehen, aus seinem Privatvermögen in seine Kampagne gesteckt. Laut der Zeitung "Washington Post" waren es bislang rund 46 Millionen Dollar. Im Mai schoss er aus eigenen Mitteln rund zwei Millionen Dollar für seinen Wahlkampf zu.

Die finanzielle Kluft zwischen den beiden voraussichtlichen Duellanten um das Weiße Haus spiegelt sich auch in der personellen Aufstellung ihrer Kampagnen wider. Clinton hat rund 700 Mitarbeiter zur Verfügung, Trumps nur etwa 70.

Dank ihrer üppigen finanziellen Ausstattung sieht sich die voraussichtliche Kandidatin der Demokraten auch in der Lage, eine massive Fernsehkampagne zu fahren. In der vergangenen Woche attackierte Clinton Trump in einer Serie von TV-Spots in acht besonders wichtigen Bundesstaaten. Trump hingegen hat seit Anfang Mai, als er sich in den Vorwahlen endgültig durchsetzte, keinen einzigen Fernsehspot geschaltet.

dpa/afp

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