Islamistischer Racheakt

Sieben Tote nach Taliban-Angriff auf afghanisches Gericht

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Afghanische Sicherheitskräfte.

Puli Alam - Sieben Tote und 23 Verletzte - das ist die traurige Bilanz eines Angriffs der Taliban auf afghanisches Gericht in der Unruheprovinz Logar.

Radikalislamische Taliban-Kämpfer haben am Sonntag in einer Stadt südlich von Kabul einen Gerichtskomplex gestürmt und mindestens sieben Menschen getötet. Bei dem Angriff in Puli Alam, der Hauptstadt der afghanischen Unruheprovinz Logar, sei auch der gerade neu ernannte Gerichtspräsident Mohammed Akram Nedschat getötet worden, sagte Provinzgouverneur Halim Fedaji der Nachrichtenagentur AFP. Ein Mitglied des Provinzrates bestätigte die Opferzahl.

Laut Fedaji waren drei bewaffnete Angreifer in Polizeiuniformen in den Gebäudekomplex gestürmt. Bei dem Angriff wurden demnach auch 23 Staatsanwälte verletzt. Sie hatten sich im Gericht versammelt, um über das weitere Verfahren mit sechs kürzlich gefangen genommenen Taliban-Kämpfern zu beraten.

Die Taliban erklärten, der Angriff sei ein Racheakt für die Hinrichtung von sechs Häftlingen mit Verbindungen zu den Taliban Anfang Mai. "Der Märtyrer-Angriff wurde als Rache für die Hinrichtung unserer Mudschaheddin verübt", teilte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Die UN-Mission in Afghanistan (Unama) verurteilte die Tat. Unama-Leiter Nicholas Haysom rief die afghanischen Behörden auf, "alles in ihrer Macht stehende zu tun, um einen angemessenen Schutz von Justizvertretern und anderen Zivilisten sicherzustellen, die Zugang zu den Justizinstitutionen suchen".

Die Taliban verstärken derzeit ihre alljährliche Frühjahrsoffensive. Der afghanische Staatschef Aschraf Ghani nimmt in letzter Zeit eine harte Haltung gegenüber den radikalislamischen Aufständischen ein.

AFP

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