Marburg: Gewaltopfer sollte von Rechtsextremen instrumentalisiert werden

Stadt verbietet Trauerzug

Verbietet Trauermarsch mit Rücksicht auf Gewaltopfer: Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Foto: Wegst

Marburg. Der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) hat einen für diesen Samstag geplanten Trauermarsch verboten. Nach seiner Einschätzung soll der Tod eines 25-Jährigen von Rechtsextremen missbraucht werden: „Ich habe den Marsch aus Respekt und Achtung vor dem Verstorbenen verboten“, sagt Vaupel: „Der, der ihn beantragt hat, ist kein Freund des Toten“, sagt Vaupel.

Geplant war ein Trauerzug bis vor eine Marburger Kneipe, vor der ein 25-jähriger Mann am 14. August zusammengeschlagen worden war. Er starb eine Woche später an den Folgen der Kopfverletzungen, die er sich bei der Schlägerei zugezogen hatte.

Nach den Ermittlungen der Polizei hatte er sich mit einem 19- und einem 20-Jährigen gestritten und geprügelt. Nach Zeugenaussagen sollen die beiden Männer auch dann noch brutal auf ihr Opfer eingetreten haben, als es bereits am Boden lag. Die zwei Männer sitzen nun wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung in Untersuchungshaft. Mit Rechtsextremen hatte das Opfer nichts zu tun, betonte Marburgs Polizeisprecher Martin Ahlich.

Angehörige und Freunde des Toten distanzierten sich von dem Trauermarsch, hinter dem ein stadtbekannter Rechtsextremer steckt. „Mein Sohn hat nichts mit der rechten Szene zu tun“, betonte die Mutter des Toten. Sie hat Strafanzeige wegen Verunglimpfung eines Verstorbenen gestellt.

Der Tod des 25-jährigen Samuel F., der einen zweijährigen Sohn hinterlässt, treibt Auswüchse: Im Internet wird auf einer Unterseite des „Bund freier Bauern“ behauptet, für den Trauerzug dürfe bei Androhung einer Geldstrafe von 25 000 Euro nicht mehr geworben werden. Verantwortlich für die Seite zeichnet ein Rechtsextremer aus Hamburg-Harburg. (zgc)

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