Studie: Spontane Flüchtlingshilfe wird professioneller

+
Eine ehrenamtliche Helferin unterhält sich in Dortmund mit Flüchtlingen aus Afghanistan. Foto: Maja Hitij

Als im Vorjahr an manchen Tagen Tausende Flüchtlinge ankamen, erlebte Deutschland eine Welle der Hilfsbereitschaft. Damit dieser Einsatz anhält, brauchen Ehrenamtliche die Hilfe von Profis.

Gütersloh (dpa) - Vom losen Nothilfe-Bündnis zum festen Netzwerk: Die vielen oft spontan unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise entstandenen ehrenamtlichen Hilfsinitiativen in Deutschland organisieren sich immer besser.

Die Freiwilligen seien zudem stärker mit Verbänden und Verwaltung verbunden, lautet ein Ergebnis einer am Donnerstag vorgestellten Studie der Bertelsmann-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung.

Damit das Engagement weiterhin stark bleibe, sollten die Kommunen die Freiwilligen jedoch mehr unterstützen. So brauchten die Freiwilligen Entlastung durch hauptamtliche Ansprechpartner in Städten und Gemeinden, um sich auf die Integration konzentrieren zu können, sagte Bettina Windau, Bertelsmann-Fachfrau für zivilgesellschaftliches Engagement.

Solche zentralen Koordinierungsstellen entstehen in immer mehr Kommunen. Sie erwiesen sich als sinnvolle Brücke zwischen Freiwilligen und Verwaltung und könnten die Helfer bei organisatorischen Fragen entlasten. "Die meisten wollen ja den Menschen helfen und sich nicht um Verwaltungsfragen kümmern", sagte Windau.

Eine Vielzahl der Hilfsangebote war in der zweiten Jahreshälfte 2015 entstanden oder hatte neuen Zulauf bekommen, als die Zahl der Flüchtlinge massiv gestiegen war. In der auf Fallstudien und Interviews basierenden Untersuchung sind die Forscher der Frage nachgegangen, wie die freiwillige Flüchtlingshilfe sich wandelt und was sie braucht, um wirken zu können. Ein Großteil der Befragten gab dabei an, dass das Engagement unverändert stark sei.

Die Aktiven berichteten, dass Ehrenamtliche auch viele Aufgaben stemmten, die normalerweise der Staat leisten müsse, wie zum Beispiel bei der Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidern und Wohnraum. Zunehmend oft übernähmen die Freiwilligen auch eine unverzichtbare Lotsenfunktion, indem sie zwischen Ämtern und Flüchtlingen vermitteln oder den Neuankömmlingen bei Behördengängen zur Seite stehen und Zugänge zu den Angeboten öffnen.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.