Nach Brexit-Votum in Großbritannien

Neue Premierministerin: Das müssen Sie über Theresa May wissen

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Theresa May wird Premierministerin und muss den Austritt Großbritanniens aus der Union managen.

London - Innenministerin Theresa May warb im Brexit-Wahlkampf für den Verbleib in der EU. Jetzt wird sie Premierministerin und muss den Austritt Großbritanniens aus der Union managen. Wir stellen Ihnen diese bald sehr mächtige Frau vor.

"Brexit bleibt Brexit, und wir werden einen Erfolg daraus machen", sagte Theresa May am Montag bei einem Auftritt in Birmingham und fügte hinzu: "Es wird keine Versuche geben, in der EU zu bleiben, es wird keine Versuche geben, durch die Hintertür wieder hinein zu kommen und kein zweites Referendum." May kämpfte selbst gegen den Brexit, doch jetzt, da er vom Volke gewollt ist, fügt sich die 59-Jährige dem Votum.

Ihr Vorgänger David Cameron hatte am Montag seinen sofortigen Rückzug erleichtert verkündet. Er sah damit ein, dass es wenig Sinn machte mit diesem Schritt bis in den September hinein zu warten. "Wir werden bis Mittwochabend in diesem Gebäude einen neuen Premierminister haben", sagte Cameron vor seinem Amtssitz in der Downing Street in London. 

Theresa May: In Oxford studierte sie Geographie

Die britischen Konservativen haben sich überraschend schnell für die bisherige Innenministerin Theresa May als neue Premierministerin entschieden. Bereits am Montagabend wählte das zuständige Tory-Gremium May zur Parteichefin. Cameron leitet an diesem Dienstag seine letzte Kabinettssitzung, am Mittwoch stellt er sich nochmals in einer Fragestunde dem Unterhaus, danach reicht er bei Königin Elizabeth II. seinen Rücktritt ein - was als Formsache gilt. 

Die Pfarrerstochter Theresa May studierte in Oxford Geographie, schaffte 1977 den Bachelor. Danach begann sie, bei der Bank of England zu arbeiten. Zwischen 2002 und 2003 war sie "Chairman", also sozusagen Generalsekretärin, der Konservativen Partei Großbritanniens. Bereits im März 2015 nannte Cameron sie als seine mögliche Nachfolgerin. 

Theresa May: Konkurrenten locker ausgeschaltet

Nachdem Cameron am 24. Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte, erklärte May am 30. Juni ihre Kandidatur auf den Posten des Premiers. Ihre schärfsten Kontrahenten in der eigenen Tory-Partei waren Justizminister Michael Gove und Energiestaatssekretärin Andrea Leadsom. Doch gegen beide setzte sie sich in den Abstimmungen am 5. Juli beziehungsweise 7. Juli durch. Zur finalen Stichwahl zwischen May und Leadsom hätte es im September kommen sollen - doch am Montag, den 11. Juli, verkündete Leadsom dann überraschend: „Wir brauchen so schnell wie möglich einen neuen Premierminister, um den Brexit unter den bestmöglichen Bedingungen für das britische Volk umzusetzen." Die Wirtschaft sowie die in Großbritannien lebenden EU-Migranten bräuchten Klarheit, wie es weitergehe, so Leadsom. "Ich wünsche Theresa May den größtmöglichen Erfolg", erklärte die 53-Jährige, die bei den konservativen Abgeordneten auf viel Ablehnung stieß. Leadsom war im Gegensatz zu May eine Vertreterin des Pro-Brexit-Lagers.

Theresa May: Schwierige Amtszeit vorhergesagt

May zollte ihrer Konkurrentin für diesen Schritt "großen Respekt". Sie wird nun die zweite Premierministerin nach Margaret Thatcher und gilt als ebenso tough wie die "Eiserne Lady", die von 1979 bis 1990 das Amt inne hatte.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Verantwortlichen in Brüssel werden das bald zu spüren bekommen. Denn May erklärte bereits bei den Austrittsverhandlungen, "die besten Konditionen" für ihr Land herausholen zu wollen. Nach einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Enda Kenny sagte Merkel am Dienstag in Berlin, Aufgabe Mays werde es sein, "dann auch einmal Klarheit zu gewinnen über die Frage, welches Verhältnis möchte Großbritannien in Zukunft zur EU aufbauen".

Theresa May wird von allen Seiten eine schwierige Amtszeit prognostiziert. Nach dem EU-Aus drohen wirtschaftliche Nachteile und sehr wahrscheinlich zähe Neuverhandlungen zahlreicher Verträge. Zudem gilt es die Migrationsfrage zu lösen sowie die Loslösung Schottlands vom Königreich zu verhindern oder zu moderieren. Über Langeweile wird sie sich nicht beklagen. Zu verdanken hat May das ihrem Vorgänger.

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