Wohl falsche US-Angaben

Türkischer Minister bestreitet Einigung auf Waffenruhe mit Kurden

+

Istanbul - Der türkische Europaminister Ömer Celik bestreitet, dass sich sein Land mit einem von den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG angeführten Militärbündnis in Nordsyrien auf eine Waffenruhe geeinigt hat.

Die Türkei hat der von den USA verkündeten Waffenruhe mit kurdischen Kämpfer in Nordsyrien widersprochen. Ankara akzeptiere "unter keinen Umständen" einen Kompromiss oder eine Waffenruhe zwischen der Türkei und "kurdischen Elementen" sagte Europaminister Ömer Celik am Mittwoch der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei sei ein "souveräner, legitimer Staat" und könne nicht mit einer "Terrororganisation" auf eine Stufe gestellt werden.

Der Minister bezog sich dabei auf die syrisch-kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD) und ihren bewaffneten Arm, die Volksverteidigungseinheiten (YPG). Diese sieht Ankara - so wie in der Türkei die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) - als "Terrororganisationen" an.

Die Türkei hatte vor einer Woche in Nordsyrien die Offensive "Schutzschild Euphrat" gegen die dort kämpfenden kurdischen Rebellen und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) begonnen. Ankara will verhindern, dass die Kurden an der türkischen Grenze ein eigenes Autonomiegebiet schaffen.

Der US-Militärsprecher John Thomas hatte am Dienstag verkündet, dass die Türkei und die syrischen Kurden eine Einstellung ihrer Kämpfe im Norden Syriens vereinbart hätten, um sich auf den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu konzentrieren. Er handele sich vorerst jedoch nur um eine "lose Vereinbarung für die nächsten Tage".

Die US-Regierung will eine weitere Eskalation des Konflikts zwischen ihrem Nato-Partner Türkei und der YPG-Miliz vermeiden. Die türkische Armee war vergangene Woche in die syrische Grenzstadt Dscharablus eingedrungen, um die IS-Miliz zu vertreiben und einen weiteren Vormarsch der Kurden zu verhindern. Nach Angaben der USA zogen sich diese inzwischen wie von der Türkei gefordert auf die Ostseits des Euphrats zurück.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.