Ermittlungen gegen Winterkorn: Unter Verdacht

Im Abgas-Skandal bei Volkswagen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Marktmanipulation gegen Ex-VW-Vorstandschef Martin Winterkorn. Ein Kommentar dazu von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Lange Zeit sah es so aus, als ob der zurückgetretene VW-Chef Martin Winterkorn beim Abgasskandal davonkommen würde. Doch nun – zwei Tage vor der Hauptversammlung – wird bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen den ehemaligen Vorstandschef wegen des Verdachts der Marktmanipulation ermittelt.

Bei den jetzt begonnenen Ermittlungen geht es um den Umgang mit der Affäre kurz vor dem Auffliegen des Skandals. Denn nach wie vor verwundert es, dass Winterkorn nichts von den Abgas-Manipulationen im Konzern und den möglichen Folgen gewusst haben soll. Schon deshalb, weil diese Ahnungslosigkeit nicht zur Chronologie der Abläufe im September vergangenen Jahres passen will. Am 3. September räumt VW hinter den Kulissen gegenüber der US-Umweltbehörde EPA die Manipulationen ein, doch erst am 22. September gibt es eine Gewinnwarnung des Konzerns.

Dazu gehört auch das Herumgeeiere im Herbst über Mails, die Winterkorn damals nicht erreicht haben sollen und ob der Vorstandschef sie entsprechend gewürdigt habe. Das alles wirft Fragen auf, die der Wolfsburger Autokonzern bislang nicht beantwortet hat.

Auch wenn grundsätzlich für jeden die Unschuldsvermutung gilt – mit dem jüngsten Verdacht erreichen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nun die Top-Etage des Autobauers und geben einen Vorgeschmack auf die nächsten Monate: Das Ende des Skandals ist noch lange nicht in Sicht.

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